Neue Freiheiten für den Autohandel

- München - Im Verhältnis zwischen Autoherstellern und Autohändlern knirscht es im Gebälk. Soeben hat eine groß angelegte Umfrage eine wachsende Unzufriedenheit der Händler mit den Autobauern dokumentiert. Kritikpunkte waren vor allem "Rabatt-Schleuderei" und mangelndes Engagement bei der Unterbindung von Grauimporten.

<P>"Die Partnerschaft ist vorbei", konstatiert auch der renommierte Automobilmarktexperte Professor Hannes Brachat beim "Mobilitätsforum", das unsere Zeitung zum dritten Mal veranstaltete. <BR><BR>Aber das Ende dieser Partnerschaft bietet auch Chancen für die Händler, ist Brachat überzeugt. Zwar habe sich durch neue Regelungen der EU zur Gruppenfreistellung der Wettbewerb erheblich verschärft. Andererseits eröffneten sich findigen Unternehmern auch völlig neue Geschäftsmodelle. </P><P>Brachat selbst findet es zwar gewöhnungsbedürftig, im Autohaus die Embleme von Ford und Audi unter einem Dach zu sehen, doch das dürfte dank der Zulassung vom Mehrmarkenvertrieb bald zum Erscheinungsbild der Branche gehören - und vielen Betrieben die Zukunft sichern. Warum sollten Händler in Zukunft nicht alle paar Jahre die von ihnen vertriebenen Marken wechseln, fragt Brachat und meint: "Wir können das jetzt locker sehen."<BR><BR>Selbst Parallel-Importe ließen sich von den bisherigen Markenhändlern selbstbewusst in ihr Geschäft integrieren. "Dann gibt es halt den Wagen nur in Rot, Probefahrt gibt es keine und weiteren Rabatt sowieso nicht", erklärt Brachat den Unterschied zum regulären Fahrzeug, für das der Händler dem Hersteller 100 Prozent bezahlen müsse.</P><P>Automarktexperte Hannes Brachat brachte Uwe Koch (Leiter Kfz-Markt unserer Zeitung) eine für ihn erfreuliche Studie mit: Wer ein Auto kaufen will, schaut demnach bevorzugt in die Tageszeitung. Vor allem junge Leute informieren sich auf diesem Weg.</P>

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