Neue Heizanlage holt Kosten schon nach einigen Jahren wieder rein

- Alte Heizkessel haben ausgedient. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass veraltete Anlagen ausgetauscht werden, um Energie zu sparen und Kohlendioxidemissionen zu reduzieren. Mit der Ende 2006 in Kraft tretenden Energieeinsparverordnung müssen Standardheizkessel, die vorm 1. Oktober 1978 eingebaut wurden, ersetzt werden.

"Von sich aus muss niemand tätig werden", sagte Michael Rein, Obermeister der Kaminkehrerinnung Oberbayern. Erst wenn der zuständige Kaminkehrer die Anlage routinemäßig überprüft und die Mitteilung herausschickt, müssen Hausbesitzer tätig werden.

Eigennutzer befreit

"Eine Sonderregelung sieht die Verordnung für Bewohner von selbst genutzten Ein- und Zweifamilienhäusern vor", erläutert Alexander Fack vom Institut für wirtschaftliche Oelheizung. Bei diesen Häusern kann ein vor 1978 installierter Kessel weiter betrieben werden. Der Gesetzgeber vertraue darauf, dass die Hausbesitzer ein eigenes Interesse an effizienterer Heiztechnik haben. Denn der weitere Betrieb eines alten Heizkessels schade vor allem dem eigenen Portemonnaie. Als Lebensdauer gelten 15 bis 20 Jahre. "Auch wenn ein alter Heizkessel unter die Sonderregelung fällt, sollten Hausbesitzer einen Austausch vornehmen", rät Joachim Frielingsdorf von der Energieagentur. Denn moderne Heizungen verbrauchten 30 Prozent weniger Energie als alte. "Über die Ersparnis bei den Brennstoffkosten amortisiert sich diese Investition in einigen Jahren."

Eigentümerwechsel

Wenn der Besitzer des Ein- oder Zweifamilienhauses wechselt, muss der veraltete Heizkessel innerhalb von zwei Jahren ausgetauscht werden. Ausgenommen von der Neuregelung sind auch Anlagen, bei denen nach Oktober 1996 der Brenner erneuert wurde. "Die Frist verlängert sich dann auf Ende 2008", sagt Fack. Vorausgesetzt, die Anlage hält die zulässigen Abgasverlustgrenzwerte nach dem Bundesimmissionsschutzrecht ein.

Emissions-Obergrenzen

Das Bundesimmissionsschutzrecht sieht vor, dass seit dem 1. November 2004 alle Heizungsanlagen in Deutschland mit einer Leistung bis zu 25 Kilowatt einen Abgabeverlust von maximal elf Prozent haben dürfen. Bei leistungsstärkeren Kesseln bis 50 Kilowatt sind nur noch maximal zehn Prozent erlaubt. Den Abgasverlust kann ein Hausbesitzer aus dem Prüfprotokoll des Kaminkehrers ablesen. Wenn bei der Abgasüberprüfung die vorgeschriebenen Werte nicht erzielt werden, reicht meist eine Wartung und Neueinstellung der Anlage aus. Hierfür habe der Betreiber sechs Wochen Zeit. Danach wird die Heizung erneut vom Kaminkehrer überprüft. Bestehen immer noch Mängel, bekommt der Besitzer erneut zwei Wochen Zeit, um diese zu beheben. Verläuft auch diese Frist ergebnislos, wird die zuständige Behörde informiert. Der Heizkessel kann zwangsweise stillgelegt werden.

Energieberater

Um Fehlplanungen zu vermeiden, sollte vor der Sanierung gemeinsam mit einem Energieberater ein Konzept für das Gebäude erstellt werden. Der örtliche Kaminkehrer bietet laut Rein für 300 bis 400 Euro eine Energieberatung an. Für Häuser, die älter als 20 Jahre sind, gibt es den Energiespar-Check Bayern. Diese Schwachstellenanalyse mit ausführlicher Beratung kostet 180 Euro - die Hälfte bezuschusst das bayerische Wirtschaftsministerium.

Kosten

Neue Anlagen, die mit regenerativen Energien (z. B. Holzpellet-Heizungen) befeuert werden, werden gefördert. "Ein neuer Heizkessel kann 2000 bis 8000 Euro kosten, je nachdem, was man einbauen lässt", sagt Rein. Vor dem Kauf sollten Hauseigentümer prüfen, ob Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Anspruch genommen werden können. Die Förderung wird über die Hausbank beantragt.

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