Neue Hoffnung für Alitalia: Gewerkschaften im Boot

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Rom (dpa) - Für die insolvente italienische Airline Alitalia bahnt sich eine Rettung in letzter Minute an: Nach neuen Verhandlungen haben nun die vier größten Gewerkschaften des Landes dem Plan der Investorengruppe CAI doch noch zugestimmt.

Vor allem die größte Arbeitnehmervertretung CGIL, die bis zuletzt Widerstand geleistet hatte, gab jetzt nach. Der Rettungsplan sieht unter anderem den Abbau von mindestens 3000 der insgesamt 20 000 Stellen vor.

Nun müssen noch die Gewerkschaften der Piloten und der Flugbegleiter ihre Einwilligung geben. "Jetzt werden wir weiterarbeiten, um diese auch noch an Bord zu holen", sagte CAI-Geschäftsführer Rocco Sabelli.

An dem Treffen im Regierungssitz von Ministerpräsident Silvio Berlusconi, das von dessen engem Vertrauten Gianni Letta geleitet wurde, nahmen neben den Gewerkschaftsführern auch Regierungsvertreter und der Präsident der privaten Investmentgesellschaft, Robert Colaninno, teil. Die CAI hatte vor einer Woche ihr Angebot zurückgezogen, weil es zu keiner Einigung mit den betroffenen Gewerkschaften gekommen war. Regierungsvertretern war es am Mittwoch gelungen, die Investoren noch einmal an den Verhandlungstisch zurückzuholen.

Nach dem Wunsch Berlusconis sollen auch ausländische Gesellschaften eine Minderheitsbeteiligung bei Alitalia übernehmen. Medien nennen in diesem Zusammenhang immer wieder Air France-KLM und die Lufthansa. Air-France-Konzernchef Jean-Cyril Spinetta habe der italienischen Regierung Interesse signalisiert, berichtete das Pariser Wirtschaftsmagazin "Challenges" am Donnerstag. Die Beteiligung an der Seite der italienischen Investoren könne um die zehn Prozent betragen, hieß es. Auch Italiens Minister für wirtschaftliche Entwicklung, Claudio Scajola, betonte, es habe mehrere Anfragen internationaler Fluggesellschaften gegeben.

Wegen der drohenden Pleite der noch staatlichen Airline sind jedoch die Ticket-Verkäufe in den vergangenen Wochen stark zurückgegangen. "Alitalia fliegt und wird weiterfliegen. Helft uns und kauft Alitalia-Tickets!", sagte der von der Regierung eingesetzte Alitalia-Verwalter Augusto Fantozzi vor Journalisten. Im September seien die Verkäufe um 100 Millionen Euro zurückgegangen, fügte er hinzu.

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