Neue Kapitalauflagen für Großbanken geplant

Berlin - Internationale Großbanken müssen sich auf zusätzliche Kapitalauflagen einstellen. Betroffen sein sollen zunächst 29 global tätige, sogenannte systemrelevante Banken.

Eine entsprechende Liste wollten die in der G20 zusammengeschlossenen führenden Industrie- und Schwellenländer nach ihrem Gipfel Ende dieser Woche in Cannes veröffentlichen. Ähnliche Anforderungen an Versicherer und Investmentfonds sollten folgen.

Die zusätzlichen Kapitalauflagen erfolgen unabhängig von der aktuellen Debatte in der Euro-Zone zur Rekapitalisierung von Banken. Ziel ist es, dass international stark vernetzte Großbanken auch in einer Schieflage geordnet abgewickelt werden können, ohne dass dies auf die Märkte durchschlägt und die Steuerzahler einspringen müssen. Damit soll das Problem des “too big to fail“ (frei übersetzt: “zu groß für eine Pleite“) angegangen werden.

Regeln sollen ab 2016 eingeführt werden

Die betroffenen globalen “systemrelevanten“ Banken müssen ihr Kernkapital zusätzlich um 1 bis 2,5 Prozentpunkte aufstocken. Dies kommt zu den neuen Eigenkapitalforderungen “Basel III“ hinzu. Teils werde ein Aufschlag von 3,5 Prozent fällig, der gegenwärtig aber noch bei keiner Bank greife, hieß es.

Insgesamt sollen so Anreize gesetzt werden, dass eine Bank durch risikoreiche Geschäfte nicht immer größer und vernetzter und damit immer “systemrelevanter“ wird. Die neuen Regeln sollen von 2016 an schrittweise eingeführt und von 2019 an wirksam werden.

dpa

Rubriklistenbild: © AP

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