Neue Klagewelle rollt auf Telekom zu

- Frankfurt - Kurz vor Ablauf der Verjährungsfrist rollt eine weitere Welle von Schadenersatzklagen auf die Telekom zu. Nach Angaben des Frankfurter Landgerichts gingen am Freitag bis mittags 83 neue Klagen ein. Weitere sind unterwegs. So hatte beispielsweise eine Wiesbadener Anwaltskanzlei, die bereits am 12. Mai Klagen von 1500 Aktionären eingereicht hatte, erklärt, Klageschriften für weitere 3100 Kläger vorzubereiten. 2500 davon seien eingereicht worden, hieß es am Abend. Bei der Öffentlichen Rechtsauskunft- und Vergleichsstelle in Hamburg sind 3000 Schlichtungsanträge eingegangen.

<P>Am kommenden Montag verjähren mögliche Ansprüche von Käufern der dritten Tranche von Telekom-Aktien im Jahr 2000. Die Verjährung kann nur durch eine Klage oder durch Einleitung eines Schiedsverfahrens gestoppt werden. Eine aktuelle Entscheidung des Bundesgerichtshofes, wonach Rechtschutzversicherungen das Kostenrisiko übernehmen müssen, dürfte noch mehr Aktionäre zu rechtlichen Schritten ermutigt haben.</P><P>Nach dem Börsengesetz könnten Schadenersatzansprüche bestehen, wenn im Emissionsprospekt falsche Angaben gemacht wurden. Angezweifelt werden unter anderem der Wert der Immobilien sowie einiger internationaler Beteiligungen der Telekom. Wegen dieser Vorwürfe ermittelt seit fast drei Jahren auch die Bonner Staatsanwaltschaft.</P><P>Würde sie in nächster Zeit Anklage erheben, könnte dies die Aussichten auf zivilrechtlichen Schadenersatz erheblich steigern. Bei einer Einstellung sänken die Chancen laut Experten gegen Null. Die Aktie war Mitte 2000 zum Kurs von 66,50 Euro ausgegeben worden. Ihr Wert ist seither drastisch eingebrochen.</P>

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