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Lichttapeten auf Basis organischer Leuchtdioden (OLED) sollen in Zukunft neue Beleuchtungs-Möglichkeiten eröffnen.

Das neue Licht-Zeitalter

München - Stromsparlampen, LED, Lichttapeten – der Beleuchtungsmarkt ändert sein Gesicht rasant. Lampen werden immer teurer, während die Stromrechnung sinkt.

Die Lichtindustrie steht an der Schwelle zu einem neuen Zeitalter. „LED wird gerade Realität, dann kommen OLED“, sagt Martin Goetzeler über die technologischen Umwälzungen in seiner Branche. Er ist Vorstandschef der Münchner Siemens-Tochter Osram und sieht Leuchtdioden (Led) flächendeckend auf dem Marsch zur neuen Generation von Stromsparlampen. Zugleich gibt es erste Lampen auf Basis organischer Leuchtdioden (OLED), die Verbrauchern heimleuchten und der Branche neue Geschäfte bescheren sollen.

Lichttapeten oder Lichtvorhänge

OLED werden in einigen Jahren auf flexiblen Folien produziert und als Lichttapeten oder Lichtvorhänge verkauft, beschreibt Osram-Experte Rüdiger Müller die noch futuristisch anmutende Zukunft. Die Dynamik ist gewaltig. Allein der globale LED-Markt wird seine Umsätze bis 2012 auf 12,6 Milliarden Euro verdreifachen, sagt eine aktuelle Studie, die Goetzeler für sehr plausibel hält. Zum Vergleich: Heute hat der weltweite Beleuchtungsmarkt ein Volumen von 22 Milliarden Euro.

Osram baut darauf, dass globale Umweltpolitik für eine rasche Verbreitung der innovativen Technologie sorgt. Zudem bringen LED-Lampen weitere Stromersparnis. Die heute gängige Generation von Stromsparlampen verbraucht zweieinhalb Mal mehr Energie als eine LED-Leuchte. Traditionelle Glühbirnen, die nun nach und nach aus dem Handel verschwinden, fressen das 25-fache an Strom. Die moderne LED-Technik hat aber ihren Preis. Eine LED-Lampe mit Schraubsockel kostet im Schnitt 30 bis 40 Euro. Wer ein Spitzenprodukt kauft, bei dem unter anderem die Lichtfarbe einstellbar ist, muss bis zu 80 Euro berappen. Über den Strompreis amortisieren sich LED-Lampen in der Regel binnen zwei bis drei Jahren, sagt Müller. Nur ein Jahr dauert es bei heutigen Stromsparlampen. „Lampen sind kein Billigprodukt mehr, sondern eine Investitionsentscheidung wie eine Solaranlage“, sagt Goetzeler. Er baut darauf, dass Verbraucher das auch so sehen und sich von den hohen Anschaffungspreisen nicht abschrecken lassen. Dazu wirbt er auch mit dem Umwelteffekt.

Straßenbeleuchtung, die sich automatisch dimmt

Fast ein Fünftel des Weltstromverbrauchs entfällt heute auf Beleuchtung. Mit Hilfe der neuen Technologien könne der Anteil halbiert werden, sagt der Osram-Manager. Die neue Technikgeneration soll aber nicht nur in den eigenen vier Wänden Einzug halten. LED-Lampen stehen heute vor dem Durchbruch bei Kfz-Frontscheinwerfern, in der Tunnel- und Straßenbeleuchtung. „Wir packen Intelligenz ins Licht“, verspricht Müller. Damit meint er zum Beispiel eine Straßenbeleuchtung, die sich automatisch dimmt, wenn nachts kein Auto fährt. Goetzeler schwärmt von Bürolicht, das auf den Biorhythmus von Menschen abgestimmt ist und so die Leistung des Personals fördern soll.

Realität sind bereits in Handys integrierte LED-Projektoren, die Bilder oder Filme scharf auf Flächen von der Größe einer doppelten DIN- A4-Seite werfen können. Bei PCs sorgt LED-Licht demnächst dafür, dass Computerbatterien doppelt so lang halten. Zugleich kommen die Grenzen des Machbaren in Sicht. Noch eine Halbierung sei beim LED-Stromverbrauch drin, sagt Müller. Dann habe man mit 80 Prozent Wirkungsgrad ein Maximum erreicht.

Osram könnte Impulse durch die LED-Technik, wo die Münchner hinter dem japanischen Nichia-Konzern die weltweite Nummer zwei sind, gut gebrauchen. Vergangenes Geschäftsjahr 2008/09 (zum 30. September) fielen die eigenen Konzernumsätze rezessionsbedingt um 13 Prozent auf vier Milliarden Euro. Die Zahl der Mitarbeiter sank ähnlich stark um rund 4500 auf weltweit 39 000 Stellen.

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