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Wiesehügel fordert eine neue Mindestlohn-Regelung für Gebäudereiniger.

Neue Mindestlohn-Regelung für Gebäudereiniger

Frankfurt/Main - IG-BAU-Chef Klaus Wiesehügel hat die Bundesregierung aufgefordert, die Mindestlohn-Regelung für Gebäudereiniger zu verlängern.

Wiesehügel zeigte sich in der Wochenzeitung “Rheinischer Merkur“ unzufrieden mit der Haltung der schwarz-gelben Koalition zu Mindestlöhnen. Der Gewerkschaftschef und Vertreter der Gebäudereiniger-Arbeitgeber kamen am Mittwoch in Frankfurt zu einem Spitzengespräch zusammen, das bis in den Abend hinein dauern sollte. In der Branche wird derzeit gestreikt. Die Gewerkschaft sprach am Nachmittag von “konstruktiven Gesprächen“. Beide Seiten seien bemüht, aus dem Tarifkonflikt herauszukommen. Wann das sein werde, sei aber noch unklar. Der Tarifvertrag für die 860.000 Beschäftigten der Branche lief Ende September aus, einen neuen gibt es noch nicht.

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Die IG BAU fordert 8,7 Prozent mehr Entgelt. Das letzte Angebot der Arbeitgeber lag bei 1,8 Prozent im Westen und 2,1 Prozent im Osten. Mit dem Auslaufen des Tarifvertrages endete auch die gesetzliche Regelung zum Mindestlohn für die Gebäudereiniger. Er betrug 8,15 Euro im Westen und 6,58 Euro im Osten. Im Koalitionsvertrag haben Union und FDP vereinbart, alle bestehenden Mindestlöhne zu überprüfen. Die geltenden gesetzlichen Regelungen sollen bis zum Oktober 2011 daraufhin untersucht werden, ob sie Arbeitsplätze, Neueinstellungen oder die Wettbewerbsfähigkeit einzelner Branchen gefährden.

Neue Lohnuntergrenzen soll es nur geben, wenn beide Koalitionspartner zustimmen und die Arbeitgeber im Tarifausschuss grünes Licht geben. “Die Gebäudereiniger werden die ersten nach dem neuen Verfahren sein“, sagte Wiesehügel den Angaben zufolge. “Wenn die Koalitionsvereinbarung missbräuchlich genutzt wird, werden wir erklären, dass die Union gelogen hat, als sie versprach, die alten Branchenmindestlöhne fortzuführen.“

AP

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