Was die neue Nummer bedeutet

München - Seit einigen Wochen werden die Briefe mit der neuen lebenslang gültigen Steuernummer versendet. Wer das Schreiben erhält, sollte es nicht achtlos beiseite legen. Wir geben Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Steueridentifikationsnummer.

Einige Millionen Bürger halten sie schon in der Hand, die neue Steueridentifikationsnummer fürs Leben. Bis Ende Dezember soll ganz Deutschland durchnummeriert sein - vom Baby bis zum Greis. Bis dahin werden unter der Regie des Bundeszentralamts für Steuern täglich bis zu eine Million Briefe gedruckt und verschickt. Mit der bislang größten Registrierungsaktion in der Geschichte der Bundesrepublik werden erstmals alle Bürger zentral in einem einzigen Datenpool erfasst.

-Warum gibt es die neue Steuernummer?

In erster Linie profitieren die Finanzbehörden. Sie schaffen damit den Sprung ins digitale Zeitalter und haben viel bessere Karten bei der Kontrolle der Steuerpflichtigen - auch bei der Suche nach unversteuerten Einnahmen. Steuertricksereien werden erschwert, Betrüger können leichter auffliegen. Außerdem wird das Ende der guten alten Lohnsteuerkarte aus farbigem Papier eingeläutet. Die gibt es letztmalig im Jahr 2010. Ab 2011 soll das Steuerverfahren dann komplett elektronisch abgewickelt werden.

-Was haben die Bürger davon?

Für die Bürger ergibt sich zunächst einmal nur folgender Vorteil: Sie müssen bei einem Umzug keine neue Steuernummer beantragen. Auch wer beispielsweise vom Angestellten- ins Selbstständigen-Dasein wechselt, braucht sich in dieser Hinsicht nicht länger zu kümmern. Die neue Steuernummer ersetzt die alte. Sie gilt ein Leben lang und wird erst 20 Jahre nach dem Tod wieder gelöscht.

-Was tun, wenn die Nummer kommt?

Das Schreiben nicht achtlos in die Ecke legen, sondern sorgfältig aufheben. Vor allem sollte jeder seine persönlichen Daten auf Richtigkeit prüfen, rät der Bund der Steuerzahler. In Briefen, die zwischen dem 1. und 5. August gedruckt wurden, sind Familiennamen beispielsweise leicht abgehackt worden, wie das Bundesfinanzministerium einräumt. Betroffen sind Aussendungen in sechs Bundesländern. Wer einen Buchstaben im Namenszusatz vermisst, muss sich bei der im Schreiben angegebenen Stelle melden.

-Kann ich mir meine Steuernummer aussuchen?

Auf die elfstellige Zahlenkombination selbst hat der Besitzer keinen Einfluss. Darin verschlüsselt sind persönliche Daten des Bürgers sowie das zuständige Finanzamt. Eine Wunschnummer ist nicht möglich. Was kommt, gilt, selbst wenn gar keine Steuerpflicht mehr besteht. Neugeborene erhalten ebenfalls eine Nummer mit auf den Lebensweg. Könnte ja sein, dass sie schon von Geburt an Gewinne aus ererbtem Vermögen "verdienen" - und diese Besteuerungsmöglichkeit will sich der Fiskus nicht durch die Lappen gehen lassen, Baby hin oder her.

-Ist die Nummer sofort gültig?

Ja, sagt Markus Deutsch vom Deutschen Steuerberaterverband. Aber sie sollte erst nächstes Jahr bei der Steuererklärung für 2008 genutzt werden, am besten zusammen mit der alten Steuernummer. Das gilt auch für Freiberufler und Selbstständige. Wer keinen Knoten in seine Beziehung zum Finanzamt hineinbringen will, sollte nach Ansicht von Experten auf seine neue Steuer-ID bei Umsatzsteuerzahlungen und vorläufig auch bei Einkommenssteuervorauszahlungen verzichten. Überweisungsträger, die vom Fiskus zugeschickt werden, laufen in diesem Jahr noch auf die alte Nummer. "Nicht selbst abändern", rät Christine Mosler vom Bayerischen Landesamt für Steuern.

-Für welche Steuerarten gilt die Nummer?

Die Steuer-ID ist speziell für die Einkommensteuer relevant. Für andere Steuerarten wie Umsatz-, Kraftfahrzeug-, Grunderwerb-, Erbschaft- und Schenkungssteuer gelten weiterhin die alten Nummern.

-Wer hat Zugriff auf die Daten?

Nach derzeitiger Gesetzeslage soll nur das Finanzamt den Datenpool abrufen dürfen, andere Behörden lediglich in Ausnahmesituationen.

-Was tun, wenn die Steuer-ID weg ist?

Wird das Mitteilungsschreiben verlegt, ist das noch kein Beinbruch, wie Mosler meint. Betroffene können sich bei Verlust schriftlich an das Bundeszentralamt für Steuern wenden (Hauptdienstsitz Bonn-Beuel, An der Küppe 1, 53225 Bonn; Internet: www.bzst.bund.de). Wer in letzter Zeit umgezogen ist, wird wohl am längsten auf die neue Nummer warten müssen. Ist der Mitteilungsbrief nicht an die alte Adresse zustellbar, geht er zurück. Die Adresse wird aktualisiert, die Nummer neu verschickt.

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