Neue Rekorde geplant: Wacker Chemie baut aus

- München - Zwölf Monate nach dem Börsengang läuft das Geschäft bei Wacker Chemie auf Hochtouren. Nachdem der Münchner Konzern dank der florierenden Weltkonjunktur bereits 2006 das erfolgreichste Jahr seiner 92-jährigen Geschichte feiern konnte, hält Vorstandschef Peter-Alexander Wacker das Ruder nach eigenen Aussagen auch 2007 auf Rekordkurs. Der Bau neuer Fertigungsanlagen in Asien und Deutschland soll für einen weiteren Wachstumsschub sorgen.

"Wir sind hervorragend in das neue Jahr gestartet und guter Dinge", sagte Unternehmenschef Wacker bei der Vorlage des Geschäftsberichts 2006. Zwar nannte der 56-Jährige keine anvisierten Zielgrößen für den Jahresumsatz und -gewinn 2007. Er ließ aber durchblicken, dass beide Kennzahlen wohl deutlich über den gerade erst erzielten Höchstwerten liegen werden. Im letzten Jahr hatte Wacker seine Erlöse um über 20 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro gesteigert; das Ergebnis nach Steuern legte um über die Hälfte auf 344 Millionen zu.

Nach Wackers Worten zeichnet sich in allen wichtigen Geschäftsbereichen des Chemie-Konzerns eine rosige Zukunft ab. So wächst weltweit der Bedarf an Speicherchips für Handys, MP3-Musikspieler oder moderne TV-Geräte, weswegen sich die umsatzstarke Halbleiter-Tochter Siltronic einer anhaltend hohe Nachfrage gegenüber sieht. In der wichtigen Silikon-Sparte, die unter anderem die Bau- und Kosmetikbranche mit Grundstoffen beliefert, erwartet Wacker ebenfalls einen steigenden Bedarf. Und auch der Bereich "Polysilicon", der die Grundstoffe für Solaranlagen produziert, dürfte angesichts des Ausbaus von erneuerbaren Energien weiter boomen.

Um die wachsende Nachfrage befriedigen zu können, investiert Wacker mit dem an der Börse eingesammelten Kapital in den Bau zahlreicher neuer Produktionskapazitäten. So erweitert das Unternehmen etwa am Standort Burghausen seine Anlagen für Reinstsilicium. In Singapur wird gemeinsam mit dem koreanischen Elektronikriesen Samsung ein Werk hochgezogen, in dem ab 2008 Halbleiter-Vorprodukte produziert werden sollen.

Über die positive Entwicklung des Wacker-Konzerns, der noch vor drei Jahren mit Ertragsproblemen zu kämpfen hatte, dürfen sich auch die Aktionäre freuen: Nach dem Gewinnsprung im letzten Jahr will der Vorstand in der Hauptversammlung eine Dividende von zwei Euro einen Sonderbonus von 50 Cent je Aktie vorschlagen.

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