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Ab jetzt gibt's eventuell Geld zurück.

Neue Steuervorteile für Kassenbeiträge wirken sofort

Berlin - Rund 16,6 Millionen Bürger können sich schon im Januar über einige Euro zusätzlich auf dem Gehaltskonto freuen.

Der Grund: Die seit Jahresbeginn geltende bessere Absetzbarkeit von Krankenversicherungsbeiträgen drückt ab sofort die Steuerlast. Das funktioniert über eine Vorsorgepauschale, wie das Bundesfinanzministerium erklärt. Die Eintragung eines Freibetrags auf der Lohnsteuerkarte ist nicht nötig. Hintergrund ist das “Bürgerentlastungsgesetz“, das wiederum auf ein Urteil des Bundesverfassungsgericht zurückgeht. Die Karlsruher Richter hatten im Februar 2008 entschieden, dass zumindest die Ausgaben für einen Basisschutz der Krankenversicherung steuerfrei bleiben müssen. Geklagt hatte ein Anwalt, der auf Krankheitskosten von über 18.400 Euro pro Jahr für sich und seine Familie kam. Der jährliche Freibetrag von 2.400 Euro für Selbstständige reichte aus Sicht des Gerichts nicht. Noch die Große Koalition hatte deshalb beschlossen, ab 1. Januar 2010 die Beiträge verstärkt absetzbar zu machen. Die Entlastung gilt sowohl für Privat- wie auch für Kassenpatienten. Davon profitieren nach Angaben des Finanzministeriums 85 Prozent aller Arbeitnehmer, die Steuern zahlen, sowie 44 Prozent der steuerbelasteten Beamten und 54 Prozent der Selbstständigen. Aufs Jahr gerechnet kommen teils mehrere hundert Euro pro Familie zusammen - insgesamt beträgt die Entlastung nach Angaben des Ministeriums zehn Milliarden Euro pro Jahr.

Freibeträge erhöht

Im Detail ist die Neuregelung ziemlich unübersichtlich. Zum einen wurden die Höchstbeträge für absetzbare Vorsorgeaufwendungen für Selbstständige von 2.400 auf 2.800 Euro und für Arbeitnehmer von 1.500 auf 1.900 Euro angehoben. Allerdings gilt dieser Deckel nicht, falls die Beiträge für den Basisschutz der Kranken- und Pflegeversicherung höher liegen. In dem Fall kann die volle Summe geltend gemacht werden. Dann wiederum kann man aber die Beiträge zu anderen Versicherungen wie Haftpflicht oder Unfallversicherung nicht mehr absetzen.

Das Finanzministerium rechnet das für den fiktiven “Herrn Meier“ so vor: Er muss für seinen Basisschutz in der Kranken- und Pflegeversicherung 3.800 Euro ausgeben - also deutlich mehr als der Höchstbetrag von 2.800 Euro. Die gesamten 3.800 Euro kann Herr Meier bei der Steuer ansetzen. Seine “sonstigen Vorsorgeaufwendungen“ von 200 Euro fallen aber unter den Tisch. Das Gegenbeispiel: Ein privat versicherter Selbstständiger zahlt nur 2.360 Euro für den Basisschutz der Kranken- und Pflegeversicherung, bleibt also unter dem Höchstbetrag von 2.800 Euro. Dafür darf er bis zu dem Deckel auch seine “sonstigen Vorsorgeaufwendungen“ bei der Steuer geltend machen. Davon profitieren also vor allem sehr preiswert versicherte Privatpatienten oder Geringverdiener in der gesetzlichen Krankenversicherung.

410 Euro mehr

Wie viel das bringen kann, zeigt das Finanzministerium am Beispiel der erdachten “Frau Müller“, einer allein erziehenden Mutter eines Kindes mit 25.000 Euro brutto. Sie zahlt 1.975 Euro an die gesetzliche Kranken- und 244 Euro an die Pflegeversicherung sowie 963 Euro für “sonstige“ Vorsorge. Unter dem Strich bleibt ihr laut Finanzministerium eine Steuerentlastung von 279 Euro im Jahr 2010. Eingerechnet ist dabei allerdings nicht nur das Entlastungsgesetz, sondern auch die Tarifsenkung aus dem Konjunkturpaket II. Ein privat versichertes Ehepaar mit zwei Kindern und 12.240 Euro Kosten für Kranken- und Pflegeversicherung und zusätzlich 900 Euro sonstige Vorsorge hat nach Berechnung des Ministeriums in diesem Jahr 410 Euro mehr. Das sind gut 34 Euro im Monat - oder ein Kinobesuch für vier.

AP

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