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Neue Streiks? DGB-Chef Hoffmann ruft GDL-Chef Claus Weselsky zu Rückkehr an Verhandlungstisch auf

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Reiner Hoffmann, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB)
Reiner Hoffmann, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) © Britta Pedersen / dpa

Vor dem Hintergrund möglicher neuer Streiks bei der Bahn hat DGB-Chef Reiner Hoffmann die Lokführergewerkschaft GDL an den Verhandlungstisch zurückgerufen.

Berlin - "Lösungen werden am Verhandlungstisch erstritten, an den sollte GDL-Chef Claus Weselsky Anfang nächster Woche zurückkehren", sagte der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) dem "Spiegel". Weselsky wollte sich am Freitagvormittag zum weiteren Vorgehen im Tarifstreit mit der Bahn äußern.

Die Lokführergewerkschaft hatte zuletzt mit weiteren Streiks gedroht - eine gütliche Lösung scheine "nicht in Sicht", erklärte sie am Donnerstag. Der Arbeitgeber stelle sich "weiterhin taub", derzeit liege "kein verhandelbares Angebot" vor. In der vergangenen Woche hatte es bereits zweitägige Streiks im Personenverkehr gegeben. Die Bahn rief die GDL erneut zu weiteren Verhandlungen auf.

Eine Rolle in dem Tarifkonflikt spielt allerdings auch die Konkurrenz der GDL zur deutlich größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), mit der sich die Bahn bereits im vergangenen September auf ein Corona-Tarifpaket geeinigt hatte. Die Bahn wirft der GDL vor, ihr gehe es in dem Tarifstreit darum, in Bereiche vorzudringen, in denen sie bislang kaum Mitglieder hat. Die EVG gehört zum DGB.

DGB-Chef Hoffmann sagte dem "Spiegel", im Zentrum der Auseinandersetzung stünden nicht die Interessen der Bahn-Beschäftigten, sondern die Überlebensfähigkeit der GDL. In den meisten Bereichen der Bahn habe die Gewerkschaft keine oder kaum Mitglieder, hier habe Weselsky "kein Mandat und damit keine Legitimation" für einen Arbeitskampf, sagte er dem Magazin.

hcy/ilo

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