Neue Telefonauskunft gibt auch Namen und Adressen preis

- München - Wer seine Telefonnummer weitergibt, muss künftig damit rechnen, dass auch sein Name und seine Adresse abgefragt werden können. Durch eine Änderung des Telekommunikationsgesetzes wird die so genannte Inversauskunft erlaubt. Bei der Telefonauskunft, im Internet und auf Computerprogrammen kann man dann eine Telefonnummer angeben und erfährt den zugehörigen Namen sowie die Adresse. Ausgenommen sind diejenigen, deren Daten nicht im Telefonbuch stehen oder die sich für die Inversauskunft haben sperren lassen. Während dies andere Telefon-Anbieter automatisch übernehmen, müssen sich Kunden der Deutschen Telekom selbst um eine Sperrung kümmern. Die Telekom hat die Hoheit über die Telefondaten in Deutschland und will die Inversauskunft zum 1. September starten. Als Auskunftsdienst dürfte sie daran auch verdienen.

<P>Firmen wie die Deutsche Telekom oder auch Telegate, die Auskunftsdienste betreiben, können durch die Inverssuche auf zusätzliches Geschäft hoffen. Unternehmen und Privatpersonen können dann auf offiziellem Weg die Daten von Menschen abfragen, von denen ihnen nur die Telefonnummer bekannt war _ etwa, weil sie bei einem Anruf im Telefon-Display erscheint. Bislang war dies lediglich über Programme aus dem Ausland möglich und illegal. Ein Telekom-Sprecher bestätigte, dass man bei der Auskunft ein Mehrgeschäft durch die Inverssuche erwarte.</P><P>Beim Schutz vor der Inverssuche macht es die Deutsche Telekom ihren Kunden schwerer als andere Anbieter. Der Telekom-Konkurrent Arcor will die Daten seiner Kunden grundsätzlich für die Inverssuche sperren. Nur wer es ausdrücklich wünscht, gibt seine Daten preis. Das Münchner Unternehmen M-Net verfährt ebenso. Man habe dies der Telekom mitgeteilt und warte auf Antwort. "M-Net vertritt die Überzeugung, dass der überwiegende Teil aller Telefonkunden die Inverssuche für ihren Anschluss nicht wünscht", teilten die Münchner mit. Bei der Telekom dagegen werden die Kunden für die Inverssuche freigegeben - es sei denn sie widersprechen. Im Kleingedruckten auf einem Anhang zur Telefonrechnung weist das Unternehmen derzeit darauf hin. Telekom-Kunden müssen sich also selbst um die Sperrung ihrer Daten kümmern - entweder telefonisch unter der Nummer 0137 / 5 10 33 00 (12 Cent pro Anruf) oder per Fax oder Brief.<BR></P>

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