IFA mit neuem Geruch und Klang - Auch Fachbesucher stärker im Fokus

Berlin - Braten bruzeln, Staubsauger surren, Kaffeemühlen krächzen - die Funkausstellung IFA riecht und klingt dieses Jahr an vielen Stellen anders, doch es scheint der Elektronik-Messe nicht zu schaden. Die ersten Besucher auf dem Berliner Messegelände ließen sich am Freitag gern von den neuen Reizen locken.

Der Andrang in den erstmals eingerichteten Hausgeräte-Hallen stand der angestammten Unterhaltungselektronik in nichts nach. Menschentrauben drängten sich bei Kochshows an "intelligenten" Einbauherden, viele standen für Säfte aus neuen Mixern und für Kaffee aus eleganten Automaten an. Der wohl häufigste Ausspruch der IFA-Besucher war aber wie im Vorjahr: "Guck mal, der hier ist noch dünner." Flachbildfernseher aller Größen stehen einmal mehr im Mittelpunkt.

Immer wieder lugten die Besucher neugierig hinter die bis zu einen Zentimeter flachen Geräte, um zu sehen, wie wenig Gehäuse denn noch hinter dem Bildschirmen der neuesten Generation steckt. Blickfänger auch: Tragbare DVD-Abspielgeräte, die neuen Blu-ray-Player und durchgestylte Lautsprecher. Dass sich viele Hausgerätehersteller in ihrer Werbung noch vor allem an Hausfrauen wenden, machte sich in den Hallen am Funkturm nicht bemerkbar. An vielen Ständen mit Waschmaschinen und Geschirrspülern waren sogar die Männer in der Überzahl.

Ähnlich wie beim Rennen um die größten Zoll-Maße für Bildschirmdiagonalen scheint in diesem Jahr auch ein Wettstreit um die größten Umhängetaschen entbrannt zu sein, die an Ständen für Besucher verteilt wurden. Sony untermauerte selbst auf diesem Feld seinen neuen Führungsanspruch. Was die Besucher in die zahlreichen bunten Tüten steckten, die von ihren Schultern baumelten, nahm sich aber vergleichsweise bescheiden aus: Kugelschreiber, Prospekte, Anstecker, Süßes - wer auf kostbarere Geschenke gehofft hatte, USB- Sticks etwa, wurde meist enttäuscht.

Größer als sonst sind dagegen an manchem Stand in diesem Jahr die abgetrennten Bereiche für Fachbesucher. Dort tauschen sich Verkäufer der Hersteller und Händler aus, machen Geschäfte. Der fortschreitende Wandel der IFA von einen Besuchermesse zum Branchentreff macht sich bemerkbar. Loewe-Chef Frieder C. Löhrer etwa blickt von seinem eigens eingerichteten Messe-Büro herab auf ein ausgedehntes Fachbesucher- Areal, das bei dem deutschen Fernsehhersteller kaum kleiner ist als der offen zugängliche Teil. Die Konkurrenz aus den Niederlanden, Philips, hat große Lounges für das erlesene Publikum abgetrennt. Und bei Samsung sitzt es gleich erhoben auf einer Galerie.

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