Vom neuen Öko-Trend profitieren: Chancen für Umwelt-Investment

- Schmelzende Polkappen, steigender Meeresspiegel, zerstörerische Hurrikans ­ der Klimawandel ist kaum mehr zu leugnen. Steigt die Temperatur der Meeresoberfläche um ein halbes Grad Celsius an, schätzen die Versicherungsexperten, dass die Hurrikan-Schäden um 50 Prozent zunehmen. Wirtschaft und Finanzmärkte haben die Zeichen der Zeit bereits erkannt. Doch was taugen Umweltinvestitionen?

Allein in Deutschland wurden 2005 knapp neun Milliarden Euro in Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien investiert. Aus vielen kleinen Umweltunternehmen sind börsennotierte Gesellschaften geworden. Allein im Tec-Dax finden sich fünf Solarkonzerne. Titel wie Solarworld schossen förmlich durch die Decke: 2600 Prozent Kursgewinn in drei Jahren.

Die Prognosen sind weiter positiv. Joachim Luther, Leiter des Freiburger Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme, schätzt, dass "bis 2050 rund 30 Prozent des globalen Energieverbrauchs durch Solarenergie gedeckt werden können". Heute ist es nicht einmal ein Prozent.

Auch andere Umwelt-Technologien sind auf dem Vormarsch: "Spitzenrenditen versprechen Erzeuger von Biotreibstoffen", erklärt Klaus Breil, Manager des Aktienfonds NewPower P bei Cominvest. Grund: "Immer mehr Länder schreiben die Beimischung von Öko-Sprit bei Benzin und Diesel vor." Gute Chancen sieht der Investmentfachmann auch in den Bereichen Nanotechnik (Dämmstoffe), Brennstoffzelle, Wasseraufbereitung und Gaserzeugung aus Biomasse.

Der Bewusstseinswandel beim Klimaschutz dürfte Öko-Aktien nach Ansicht vieler Experten eine langjährige Hausse bescheren. Die Investitionen in umweltfreundliche Technologien steigen Jahr für Jahr. Mit weiteren Auflagen und Förderprogrammen der Politik ist zu rechnen.

Wie können sich Anleger beteiligen? "Da Umweltfirmen vielfach noch klein sind, ist ein Direktinvestment in Einzelaktien mit Vorsicht zu genießen", mahnt Breil. Verbraucherschützer empfehlen Umweltfonds oder spezielle Zertifikate. Der Anlagehorizont sollte mittel- bis langfristig sein. Wichtig ist ein breiter Branchenmix.

Auf Fünf-Jahres-Sicht haben viele Umweltportfolios gegenüber klassischen Aktienfonds die Nase vorn. Grund: Beim letzten Börsencrash kamen sie meist glimpflich davon.

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