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Die Zukunft des Standorts München – hier der Linde-Hauptsitz an der Klosterhofstraße – war einer der Streitpunkte, die zum Scheitern der Verhandlungen führten.

Nun also doch?

Neuer Anlauf für Mega-Fusion von Linde mit US-Konzern

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München - Nun also doch? Im Sommer platzte die Mega-Fusion von Linde mit dem US-Konzern Praxair. In der Folge legten die Münchner ein hartes Sparprogramm auf. Nun gibt es einen erneuten Anlauf.

Beim Industriegasekonzern Linde bleibt es spannend. Nach gescheiterten Fusions-Verhandlungen mit dem US-Konkurrenten Praxair, könnte es nun doch noch zu einem Zusammengehen kommen. Wie der Münchner Dax-Konzern mitteilte, hat Praxair einen überarbeiteten Vorschlag vorgelegt, den man nun prüfen werde. Zu den Details des neuen Vorschlags wurde zunächst nichts bekannt. Im Fokus dürfte allerdings die Zukunft der Standorte München und Pullach stehen.

Die Verhandlungen waren im September geplatzt, weil sich die Firmen nicht über Fragen wie Firmensitz und Unternehmensstruktur einigen konnten. Ein wesentlicher Streitpunkt waren die Standorte München und Pullach. Pullach-Höllriegelskreuth ist mit rund 3300 der weltweit 65 000 Linde-Beschäftigten größter Konzernstandort. Hier sitzt neben den operativen Zentralen der Geschäftsbereiche Gase und Anlagenbau unter anderem die Forschungsabteilung. Geht es nach Linde, soll das auch so bleiben. Die Amerikaner plädierten dagegen bisher für einen Firmensitz außerhalb Deutschlands und den Abzug wichtiger Funktionen.

„Es gab gewichtige Gründe, warum Linde die Verhandlungen im Sommer abgebrochen hat“, sagte Aktionärsvertreterin Daniela Bergdolt von der DSW. „Haben die Amerikaner nun nachgebessert, sodass der Hauptsitz und wichtige Funktionen in Deutschland bleiben, können wir das nur begrüßen. Denn strategisch macht eine Fusion durchaus Sinn.“ Bei einer Fusion von Linde und Praxair würde ein neuer Weltmarktführer für Industriegase entstehen. Entsprechend sorgte die Neuauflage der Verhandlungen für gute Laune an der Börse. Die Linde-Papiere legten einen Kurssprung von zeitweise mehr als fünf Prozent hin und kletterten auf das höchste Niveau seit einem Jahr.

Sollten sich die Konzerne wirklich einig werden, hätte das womöglich auch Auswirkungen auf das Sparprogramm, das Linde nach dem Verhandlungs-Aus mit Praxair Ende Oktober – sozusagen als Plan B – angekündigt hat. Das Programm, das „Lift“ getauft wurde, ist auf drei Jahre angelegt und soll ab 2019 550 Millionen Euro pro Jahr einsparen – auch über einen Stellenabbau. Unter anderem prüft Linde, den Standort Dresden mit 500 Mitarbeitern komplett zu schließen. In Pullach könnten 15 bis 20 Prozent der über 3000 Stellen abgebaut werden, hieß es zuletzt.

Nach Informationen einer mit den Vorgängen vertrauten Person wird sich der Linde-Aufsichtsrat am 7. Dezember treffen. Der Termin ist allerdings schon länger geplant. Auf der Agenda des Kontrollgremiums wird zudem nicht nur die neue Praxair-Offerte stehen.

Bei Linde sind auch drei Vorstandsposten zu besetzen. Vorstandschef Wolfgang Büchele hatte nach dem Scheitern der Verhandlungen mit Praxair im September angekündigt, seinen Vertrag, der Ende April 2017 ausläuft, nicht verlängern zu wollen. Zuvor war ein Streit mit dem langjährigen Finanzvorstand Georg Denoke – öffentlichkeitswirksam – eskaliert. Denoke musste daraufhin seinen Hut nehmen. Und auch Linde-Amerika-Vorstand Tom Blades hat das Unternehmen verlassen. Er wechselte als neuer Vorstandschef zum kriselnden Baukonzern Bilfinger. Es wartet viel Arbeit für Chefkontrolleur Wolfgang Reitzle und seine Kollegen.

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