Neuer Anlauf für Lösung des Tarifstreits der Ost-Metaller

- Berlin - Im Tarifkonflikt der ostdeutschen Metall- und Elektroindustrie wird nach fast vier Wochen Streik erstmals wieder verhandelt. Die IG Metall und die ostdeutschen Arbeitgeberverbände trafen sich in Berlin zur voraussichtlich entscheidenden Runde. Die Gewerkschaft will für die 310 000 Ost-Metaller einen Stufenplan zur Einführung der 35-Stunden-Woche durchsetzen. Die Arbeitgeber lehnen dies strikt ab. Derzeit arbeiten die Ost-Metaller 38 Wochenstunden, drei Stunden mehr als ihre Kollegen im Westen.

<P>Ungeachtet der neuen Tarifverhandlungen gingen die Streiks der IG- Metall weiter. In Sachsen und Brandenburg wurden erneut rund 7700 Metaller aus acht Betrieben zum Arbeitskampf aufgerufen.</P><P>Als Folge der Streiks stehen heute erstmals seit fast 20 Jahren bei VW in Wolfsburg die Bänder wegen eines Arbeitskampfes still. Mehr als 10 000 Beschäftigte müssen zu Hause bleiben, weil in den ostdeutschen Werken Chemnitz und Zwickau Teile für die Fertigung fehlen. Nach Angaben von VW beträgt der Produktionsausfall insgesamt 20 000 Fahrzeuge der Typen Lupo und Golf.</P><P>Als Zeichen der Bereitschaft zur Lösung des Tarifstreits waren die Proteste beim BMW-Zulieferbetrieb ZF in Brandenburg/Havel am Donnerstag vorübergehend ausgesetzt worden. Wegen des Arbeitskampfes bei ZF hatte bei BMW in München und Regensburg am Montag die Produktion der 3er-Serie gestoppt werden müssen. In der ostdeutschen Metall- und Elektroindustrie sind 310 000 Menschen beschäftigt.</P>

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