Neuer Betrugsfall mit 0190-Nummern

- München - Die Münchner Polizei ermittelt gegen Betrüger, die Internet-Nutzer mit so genannten Dialerprogrammen ohne ihr Wissen auf teure 0190-Nummern umleiten. Laut Polizei geht der Betrug von der US-Firma "Liquid Inc." mit Sitz in Florida aus. Am Dienstag wurden Firmen in Hessen und Nordrhein-Westfalen durchsucht, die die 0190-Nummern vermietet haben. Mit dem Betrug haben sie aber vermutlich nichts zu tun. Ein geschädigter Münchner hatte Anzeige erstattet.

<P>Die Einwählprogramme seien vor allem auf Erotikseiten versteckt, sagte Jürgen Müller, Leiter der Abteilung für Computerdelikte. Der Dialer lade sich beim Surfen heimlich auf den Computer, beende die Internetverbindung und baue eine neue mit einer teuren 0190-Nummer auf. Von der Session erfährt der Surfer erst mit der Telefonrechnung.</P><P>Die Ermittlungen sind schwierig, weil die Dialer sich nach dem Verlassen des Internets von selbst löschen, um alle Spuren zu verwischen. Wer hinter dem Betrug steckt, ist noch unklar. Bei "Liquid Inc." handelt es sich vermutlich um eine Briefkastenfirma. Der Server steht in England. Die Gelder, so Müller, verlassen die USA regelmäßig in Richtung Osten, unter anderem Lettland und Litauen.</P><P>Seit August müssen Anbieter von 0190-Nummern ihre Dialer bei der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post registrieren lassen (Adresse: www.regtp.de). Ist ein Dialer nicht registriert, muss der Kunde auch nicht zahlen. Weil sich die Dialer in diesem Fall aber selbst löschen, ist die Überprüfung kaum möglich.</P><P>Wer sich schützen will, kann bei seinem Provider gegen Gebühr von sieben Euro alle 0190-Nummern sperren lassen. Schutz bieten auch Warnprogramme, die es im Internet kostenlos gibt.<BR>Im Internet: www.dialerundrecht.de, www.dialerhilfe.de, www.dialerschutz.de<BR></P>

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