Neuer Escada-Chef optimistisch

- Aschheim - Deutschlands größter Damenmodekonzern Escada blickt nach seinem Sanierungskurs trotz andauernder Luxusmode-Flaute optimistisch in die Zukunft. "Wir sind ein Unternehmen im Aufbruch. Escada hat alle Chancen, die Phase profitablen Wachstums fortzusetzen", sagte der neue Vorstandschef Frank Rheinboldt am Freitag in Aschheim bei München.

Das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres habe eine gute Basis für die weitere Entwicklung in diesem Jahr gelegt. "Der positive Trend setzt sich auch beim Auftragseingang für die Herbst/Winter-Kollektion 2006 fort."

Rheinboldt hatte den Vorstandsvorsitz Anfang Februar von FirmenGründer Wolfgang Ley übernommen. In den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2005/06 (31. Oktober) verbuchte Escada nach vorläufigen Zahlen einen Umsatz von 166,7 Millionen Euro nach 160,1 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn nach Steuern lag mit 6,2 Millionen nur leicht über dem Vorjahresniveau von 5,9 Millionen Euro. Dabei machten sich unter anderem Währungseffekte und höhere Marketingkosten bemerkbar.

Für das Gesamtjahr bekräftigte Rheinboldt die Prognose und stellte ein Umsatzplus im mittleren einstelligen Prozentbereich sowie einen Zuwachs beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) in Aussicht. Escada hatte 2004/05 bei Erlösen von 648,6 Millionen Euro ein EBITDA von 65,1 Millionen Euro erwirtschaftet. Nach der harten Sanierung, die mit einem Arbeitsplatzabbau einher gegangen war, stehe der Modekonzern jetzt auf gesunden Beinen und sei "deutlich krisenfester" geworden, sagte Rheinboldt. "Natürlich gibt es weiterhin Defizite, die wir in den kommenden Jahren beseitigen müssen." So mangele es bei Strukturen und Abläufen noch an der nötigen Effizienz, um die Kostenbasis weiter senken zu können. Ein Personalabbau sei aber nicht geplant.

Für die Kernmarke Escada strebt Rheinboldt eine klarere Abgrenzung zwischen Haupt- und Sportkollektion an, außerdem soll der Umsatzanteil mit Accessoires ausgebaut werden. Erst vor kurzem hatte das Unternehmen die ursprünglich für das vergangene Geschäftsjahr in Aussicht gestellte Dividende wieder abgesagt mit der Begründung, man wolle sich zunächst auf die Stärkung der Eigenkapitalbasis konzentrieren. Auch ob die Aktionäre für das laufende Jahr auf eine Ausschüttung hoffen können, ließ Rheinboldt offen. Escada sei aber grundsätzlich ein dividendenfreundliches Unternehmen.

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