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Der scheidende Telekom-Chef René Obermann wechselt zu einem viel kleineren Unternehmen.

Alles eine Nummer kleiner

Neuer Job für Ex-Telekom-Chef Obermann

Bonn - Für Telekom-Chef René Obermann wird in seinem nächsten Job alles eine Nummer kleiner: Er will zum niederländischen Kabelnetzbetreiber Ziggo wechseln.

Der scheidende Telekom-Chef René Obermann wechselt zu einem viel kleineren Unternehmen, dem größten niederländischen Kabelnetzbetreiber Ziggo. Obermann solle am 1. Januar 2014 die Führung übernehmen, teilte der Anbieter von TV-, Internet- und Telefon-Diensten am Mittwochabend mit. „Nach 15 Jahren bei der Deutschen Telekom freue ich mich sehr, bei Ziggo anzufangen“, wurde Obermann in der Mitteilung zitiert. Er hatte bereits angekündigt, dass es in seinem nächsten Job einige Nummern kleiner zugehen solle und er wieder näher am Kunden sein möchte.

Ziggo versorgte Ende 2012 fast drei Millionen Haushalte mit TV-Empfang und hatte 1,5 Millionen Telefon-Kunden. Die Firma mit Sitz in Utrecht entstand 2007 aus einer Fusion von drei kleineren Unternehmen. Im März 2012 ging das Unternehmen an die Börse in Amsterdam. Das Unternehmen beschäftigt insgesamt rund 3000 Menschen und erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro und ein Nettoergebnis von 192,8 Millionen Euro.

Wer ist im DAX?

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Die niederländischen Medien berichteten am Donnerstag von einem „Schwergewicht für Ziggo“. Es sei klar gewesen, dass das Unternehmen einen neuen Chef bekommen würde. Aber es sei doch überraschend, dass es dem Unternehmen gelungen sei, Obermann zu gewinnen, zitierte die Tageszeitung „De Telegraaf“ einen Analysten der Rabobank.

Die Hauptversammlung am 18. April muss der Verpflichtung von Obermann noch zustimmen. Der Manager hatte kurz vor Weihnachten überraschend seinen Rückzug bei der Deutschen Telekom zum Jahresende angekündigt. Nachfolger ist Finanzvorstand Timotheus Höttges. Ob Obermann jetzt bei der Telekom früher ausscheiden wird, ist nicht klar. Ein Unternehmenssprecher wollte sich nicht dazu äußern. Obermann selbst hatte erklärt, bis zum Jahresende zu bleiben.

Mit dem Sprung zu Ziggo wechselt Obermann im Prinzip nicht die Branche: Der Kabelnetzbetreiber spielt wie seine Konkurrenten auch auf dem Feld der Telekommunikation mit und bietet Telefon, Internet und TV aus einer Hand an. Obermann muss sich aber an die kleineren Dimensionen gewöhnen. Ziggo erwirtschaftet gerade einmal 2 Prozent der Umsätze der Telekom, die im vergangenen Jahr bei rund 58 Milliarden Euro lagen. In beim Bonner Konzern war er Chef von 230 000 Mitarbeitern.

Bereits im Januar hatte Obermann angedeutet, dass es von Bonn ins nahe europäische Ausland gehen könnte, aber nicht in die USA: „Dafür bin ich zu sehr Europäer“. Er wolle in einer kleineren Firma arbeiten, bei der man auch enger mit der technischen Seite des Geschäfts zu tun habe, sagte Obermann auf einer Innovationskonferenz in München. „Die Technologie entwickelt sich so schnell, dass ich den Lernprozess neu starten will“, begründete er den Wechsel.

dpa

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