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Medienbericht spekuliert

Verkauft Kaufhof bald keine Lebensmittel mehr?

Hamburg - Der neue Besitzer der Kaufhof-Warenhäuser, das kanadische Handelsunternehmen Hudson's Bay, will einem Bericht des "Manager Magazin" zufolge Lebensmittelabteilungen schließen.

Der neue Besitzer der Kaufhof-Warenhäuser, das kanadische Handelsunternehmen Hudson's Bay, will einem Bericht des "Manager Magazin" zufolge Lebensmittelabteilungen schließen und "massiv" Verkaufsflächen an Fremdfirmen untervermieten. Der langjährige Chef der Kaufhauskette, Lovro Mandac, müsse auf Druck der Kanadier noch vor Ende September gehen, berichtete das Magazin am Mittwoch vorab aus seiner neuen Ausgabe. Kaufhof äußerte sich zunächst nicht zu dem Bericht.

Die von dem kanadischen Unternehmen unterzeichnete Sozialcharta schütze die Beschäftigten nicht vor Stellenstreichungen, berichtete das Magazin weiter. Zwar habe Hudson's Bay sich zu einer Vertragsstrafe von fünf Millionen Euro für den Fall einer Warenhausschließung verpflichtet. Entlassungen ohne die Aufgabe von Standorten seien aber nicht mit einer Strafe belegt.

Für die mit dem Geschäft übernommenen Kaufhof-Immobilien werde Hudson's die Mieten vom 1. Oktober an "drastisch" erhöhen, hieß es in dem Bericht weiter. Zusätzlich müsse die Mieterin Galeria Kaufhof künftig für Instandhaltung und Versicherung der Gebäude aufkommen. Der jährliche Mehraufwand betrage insgesamt 48 Millionen Euro, berichtete das "Manager Magazin" weiter. Das sei rund die Hälfte des bisher für das Geschäftsjahr 2015/2016 geplanten Vorsteuergewinns.

Der Mutterkonzern Metro hatte Mitte Juni den Verkauf von Kaufhof an Hudson's Bay für 2,825 Milliarden Euro bekanntgegeben. Das kanadische Unternehmen erwarb 103 Galeria-Kaufhof-Filialen inklusive der Immobilien von 59 Standorten, 16 Sportarena-Filialen und 16 Warenhäuser von Galeria Inno in Belgien sowie mehrere Logistikzentren, Lager und "sonstige Immobilien". Der neue Eigentümer versprach, die Kaufhäuser sollten kundenorientierter werden. Er sagte zu, in den nächsten drei Jahren keine Stellen zu streichen und keine Filialen zu schließen.

AFP

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