Neuer MAN-Chef drückt aufs Tempo

- München - Der neue MAN-Chef Hakan Samuelsson zieht die Zügel an und will das Unternehmen stärker auf Profitabilität trimmen. "Unsere Hauptaufgaben sind, die operative Performance unserer Bereiche schneller zu verbessern und die Konzernstruktur zukunftsfähig zu machen."

<P>Das sagte Samuelsson in München. Für das Unternehmen gab er neue und ehrgeizigere Renditeziele aus. 2004 konnte MAN vom anhaltenden Lastwagen-Boom und einem dicken Auftragspolster profitieren und einen deutlichen Ergebnis- und Umsatzanstieg verbuchen. Auch für 2005 erwartet der Konzern weiteres Wachstum. Der Umsatz werde voraussichtlich um etwa fünf Prozent und das Ergebnis zweistellig zulegen, sagte Samuelsson.</P><P>Bei den Zielvorgaben drückt der Neue aufs Tempo. Neben höheren Renditezielen solle unter anderem der wichtigste Bereich Nutzfahrzeuge 2005 seine Kostenstruktur weiter verbessern und die Marktposition stärken. Eine Zerschlagung des Konzerns stehe derzeit nicht zur Diskussion. Die fünf MAN-Bereiche sollten unter dem Konzerndach weiterentwickelt werden, sagte Samuelsson. Dabei werde man sich künftig keine Quersubventionen mehr leisten. "Wir werden unter keinen Umständen Verluste akzeptieren."</P><P>Der anhaltende Lastwagen-Boom und ein gutes Auftragspolster verschafften MAN im vergangenen Jahr einen deutlichen Ergebnisanstieg. Vor Steuern kletterte das Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr um 73 Prozent auf 453 Millionen Euro. Der Umsatz legte um zehn Prozent auf 14,9 Milliarden Euro zu. Den Auftragseingang konnte MAN um 17 Prozent auf 16,1 Milliarden Euro steigern. Unter dem Strich kam das Unternehmen auf einen Überschuss von 323 Millionen (Vorjahr: 192 Mio Euro). Die Dividende für 2004 will MAN auf 1,05 Euro erhöhen nach 0,75 Euro im Vorjahr.</P><P>MAN war zuletzt von rund 450 Millionen Euro Vorsteuerergebnis und 15 Milliarden Euro Umsatz ausgegangen. Analysten hatten ein etwas höheres Ergebnis vor Steuern erwartet. Dennoch reagierte die Börse positiv auf Ergebnisse und Vorgaben des neuen Chefs. Der Aktienkurs legte bis zum Mittag um gut 1,5 Prozent auf über 31 Euro zu.</P><P>Der wichtigste Bereich Nutzfahrzeuge, der allein etwa die Hälfte zum Gesamtumsatz beisteuert, konnte sein Vorsteuerergebnis im Jahresvergleich auf 260 Millionen (Vorjahr: 121 Mio) Euro nahezu verdoppeln. Dagegen kam die Krisensparte Druckmaschinen mit einem Vorsteuerverlust von acht Millionen (2003: minus 31 Mio) Euro nicht aus den roten Zahlen. Vor allem in diesem Bereich will Samuelsson in diesem Jahr Ergebnisse sehen: "Der Bogendruck muss schwarze Zahlen schreiben", sagte der MAN-Chef, dafür müsse möglicherweise auch bei den Sparmaßnahmen nochmals nachgebessert werden.</P><P>Auch für andere Segmente gebe es regelmäßige Gespräche mit Gesamtbetriebsrat und im Wirtschaftsausschuss. "Wir werden große Probleme haben, wenn wir das Handycap 20 Prozent höherer Kosten haben im Vergleich mit Wettbewerbern", sagte Samuelsson.</P>

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