Neuer russischer Passagierjet absolviert Testflug

Moskau - In Russland hat die große Hoffnung der zivilen Luftfahrtindustrie, das Regionalverkehrsflugzeug Superjet 100, den ersten Testflug erfolgreich absolviert.

Beim Produktionsstandort Komsomolsk am Amur, 7000 Kilometer östlich von Moskau, hob der neu konzipierte und mit westlicher Technik ausgestattete Regionaljet am Montag zu einem 40-minütigen Flug ab. Das teilte die Zivilsparte des Rüstungsherstellers Suchoi nach Angaben der Agentur Interfax mit. Für den Superjet 100, der frühestens Anfang 2009 ausgeliefert werden soll, liegen bislang 73 Bestellungen und 31 Kaufoptionen überwiegend aus Russland vor.

Der in Kooperation mit Boeing sowie europäischen Unternehmen entwickelte Superjet soll auf dem Weltmarkt Embraer und Bombardier Konkurrenz machen. Der Testflug war mehrfach verschoben worden. Die zweistrahlige Maschine bietet 75 bis 95 Passagieren Platz und hat eine maximale Reichweite von 4500 Kilometern. Der Stückpreis soll bei 30 Millionen Dollar (19 Mio Euro) liegen. Pro Jahr will der staatlich kontrollierte Hersteller 70 Maschinen verkaufen.

Der bisherige Staatspräsident Wladimir Putin hatte die Wiedergeburt des zivilen Flugzeugbaus zu einer Priorität der Industriepolitik erklärt. Suchoi gehört zur neu gegründeten Flugzeugbau-Holding UAC (russisch: OAK). Die Wirtschaftskrise in den 1990er Jahren hatte die russische Flugzeugindustrie an den Rand des Ruins gebracht. Während zu Sowjetzeiten jährlich etwa 100 Passagiermaschinen verkauft wurden, waren es zuletzt weniger als 10.

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