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Suche nach dunklen Flecken: Nach der Staatsanwaltschaft forscht nun auch die Opposition nach Ungereimtheiten beim Kauf der Landesbank-Tochter Hypo Alpe Adria.

Tochter-Bank in Not

Neuer Schlag für die Landesbank

München – Die im Jahr 2007 offenbar überteuert erworbene Kärnter Bank Hypo Group Alpe Adria befindet sich in ernsten Schwierigkeiten und muss von der BayernLB voraussichtlich mit einem Millionenbetrag gestützt werden.

Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon räumte die HGAA-Schieflage gestern im Landtag ein, schloss aber aus, dass der Freistaat als Eigentümer der BayernLB erneut Geld zuschießen muss: „Es sind keine weiteren staatlichen Mittel nötig.“

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Die BayernLB hatte die HGAA 2007 für rund 1,6 Milliarden Euro übernommen. Wegen des Verdachts der Untreue ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den damaligen BayernLB-Chef Werner Schmidt. Ihm wird vorgeworfen, für die Kärntner Bank einen Kaufpreis bewilligt zu haben, der um 400 Millionen Euro über dem von unabhängigen Gutachtern ermittelten Wert lag. Für Argwohn sorgt auch, dass ein mit Schmidt befreundeter HGAA-Investor bei dem Kauf einen Profit von 145 Millionen Euro erwirtschaftete.

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Nach einer Großrazzia in den Räumlichkeiten der BayernLB rollt jetzt das nächste Problem auf die vom Freistaat Bayern mit 10 Milliarden Euro gerettete Landesbank zu. Die stark im Osteuropageschäft engagierte Tochter HGAA steht infolge der Finanzkrise vor hohen Wertberichtigungen. Eine „asset revue“, also eine Überprüfung der HGAA-Beteiligungen, läuft gerade und soll im November abgeschlossen sein. Am Markt kursieren Schätzungen, die von einem Fehlbetrag von 500 Millionen Euro ausgehen. Auch deutlich höhere Summen werden genannt.

Die BayernLB selbst hatte zuletzt einen Halbjahresgewinn von 597 Millionen Euro ausgewiesen. Auch das abgelaufene dritte Quartal sei zufriedenstellend verlaufen, sagen Kenner der Bank. Minister Fahrenschon bereitet die Öffentlichkeit aber bereits auf schlechte Nachrichten vor. Die Auswirkungen der Finanzkrise würden die Bank voraussichtlich Ende des Jahres „in voller Schärfe“ treffen. Nicht nur die HGAA, auch drohende Kreditausfälle dürften im vierten Quartal erheblich an den Reserven zehren.

geo

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