Neuer Stahlgigant unter Dach und Fach

- Brüssel - Der Luxemburger Stahlkonzern Arcelor hat das neue Übernahmeangebot des britisch-indischen Branchenführers Mittal akzeptiert. Das teilte Arcelor am Sonntagabend nach Beratungen des Vorstands mit. Arcelor hatte zuvor zwei Mittal-Angebote als zu niedrig zurückgewiesen und einer Fusion mit dem russischen Konzern Severstal den Vorzug gegeben.

Das Wall Street Journal berichtete indes unter Berufung auf informierte Kreise, Mittal habe sich zur Zahlung von weiteren 3,3 Milliarden Euro in bar bereit erklärt. Das vorherige Angebot sei damit im Vergleich zum letzten Kurs der Arcelor-Aktien um fünf Euro pro Wertpapier angehoben worden. Der Fernsehsender CNBC und die Zeitung "Times of India" berichteten, der neue Konzern werde Arcelor Mittal heißen und von Mittal-Chef Lakshmi Mittal und dem Arcelor-Vorsitzenden Joseph Kinsch gemeinsam geführt werden. Die Aktionäre sollen am Freitag über die Übernahme abstimmen.

Damit geht die größte Übernahmeschlacht der Stahlindustrie zu Ende. Bei der Fusion entsteht der weltgrößte Stahlkonzern mit 56 Milliarden Euro Umsatz und einer Produktion von 110 Millionen Tonnen Stahl im Jahr. Das entspricht einem Weltmarktanteil von 10 Prozent.

Zuvor hatte Arcelor in einem harten Abwehrkampf versucht, einen Zusammenschluss mit Mittal zu verhindern. Ende Mai noch hatte Arcelor angekündigt, mit dem russischen Stahlkocher Sever-Stal fusionieren zu wollen - um eine Fusion mit Mittal unmöglich zu machen.

Mittal hat im Laufe der Monate deutliche Zugeständnisse an Arcelor gemacht. Stahlmogul Mittal hatte Mitte Mai, einen Tag nach der Veröffentlichung seiner Übernahmeofferte, diese um 34 Prozent auf 25,8 Milliarden Euro erhöht. Da das Angebot neben einer Barkomponente auch Aktien von Mittal umfasst, schwankt dessen Wert und liegt derzeit bei rund 22 Milliarden Euro. Mit einer erneuten Angebots-Aufstockung erreichte Mittal nun sein Ziel.

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