Bayerische Landesbank

Neuer Verwaltungsrat

München - Die Belegschaft der BayernLB hat ab sofort eine Stimme im Verwaltungsrat der Bank. Wie unsere Zeitung aus dem Umfeld des Instituts erfuhr, wurde der Vorsitzende des Gesamtpersonalrats, Diethard Irrgang, diese Woche in das Kontrollgremium berufen.

Der 53-jährige Jurist soll die Belange der Mitarbeiter vertreten, auf die harte Einschnitte zukommen. Der Freistaat als Mehrheitseigner hat einen massiven Stellenabbau, Sparbemühungen und den Rückzug aus Geschäftsaktivitäten angeordnet, um das Geldhaus zu sanieren.

Der Einzug Irrgangs in den Verwaltungsrat ist der erste Schritt der Staatsregierung, die Besetzung des Gremiums komplett neu zu regeln. Bislang schreibt das Landesbankengesetz vor, dass Freistaat und bayerische Sparkassen je fünf Vertreter entsenden.

Diese Sitzverteilung ist aber überholt, weil die Sparkassen nicht an den Milliardenhilfen für die Bank mitwirken und ihr Anteil von 50 auf fünf Prozent sinkt. Zudem soll der Verwaltungsrat in Zukunft stärker mit Finanzprofis bestückt werden und weniger mit fachfremden Politikern. Die Ratsmitglieder bestimmen die Eckpunkte der Geschäftspolitik und überwachen den Vorstand der Bank.

Seit Wochen arbeitet Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) an einer Novelle des Landesbankengesetzes. Ein Ergebnis erwarten Beobachter in den nächsten Wochen. Als sicher gilt, dass den Sparkassen ein Sitz im Verwaltungsrat zugestanden wird. Den soll dem Vernehmen nach ein Sparkassen-Vorstand einnehmen, der bislang kein Mandat hielt. Damit müsste unter anderem Sparkassenpräsident Siegfried Naser aus dem Ausschuss verabschieden. Landespolitiker hatten ihm wiederholt eine Mitschuld am Bayern LB-Debakel vorgeworfen und seinen Rückzug gefordert.

Florian Ernst

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