Neues Elterngeld: Was junge Familien wissen sollten

- Deutschland steht in der Tabelle ziemlich weit unten, was die Geburtenrate angeht. Nur 1,36 Geburten werden pro Frau registriert, so eine Statistik aus dem Jahr 2005. Das neue Elterngeld soll die Bereitschaft fördern, Kinder zu bekommen.

Wer es bekommt

Ab 1. Januar 2007 wird das Elterngeld als Lohnersatzleistung 67 Prozent des entfallenden Nettolohns des erziehenden Elternteiles ersetzen. Kommt das Kind am 31. Dezember 2006 oder früher zur Welt, erhalten Eltern noch das Erziehungsgeld für bis zu 24 Monate. Wird das Baby dagegen erst 2007 geboren, so erhalten sie Elterngeld.

Wie viel es gibt

Höchstens gibt es 1800 Euro monatlich und mindestens 300 Euro für diejenigen, die kein oder nur ein geringes Erwerbseinkommen haben. Das Elterngeld ersetzt das bisherige Erziehungsgeld. Im Gegensatz dazu werden beim Elterngeld aber weder Einkommen noch Vermögen angerechnet. Wer vor der Jobpause monatlich weniger als 1000 Euro pro Monat netto verdient hat, bekommt einen Niedrigverdiener-Bonus und damit mehr als 67 Prozent des ausfallenden Lohns ersetzt. Für je 20 Euro, die das Einkommen vor der Entbindung unter 1000 Euro lag, steigt das Elterngeld um einen Prozentpunkt. Bei früheren Nettoeinkünften von 800 Euro beträgt das Elterngeld dann also 77 statt 67 Prozent des entgangenen Lohns. Das sind dann 616 Euro.

Wie lange gezahlt wird

Zwölf Monate gibt es die neue Form der Familienförderung, wenn sich nur ein Elternteil um die Betreuung des Kindes kümmert. Die Monate 13 und 14 sind für den anderen Elternteil vorgesehen als Lohnausgleich für den Fall, dass dieser zeitweise pausiert oder seine Arbeitszeit verkürzt. Alleinerziehende erhalten das Elterngeld stets 14 Monate lang. Wer will, kann die Elterngeld-Zahlung allerdings auch auf die doppelte Länge strecken. Dann gibt es bis zu 28 Monate Elterngeld, dafür aber pro Monat nur die halbe Leistung. Diese Lösung kann sich steuerlich für Besserverdienende lohnen.

Die Bedingungen

Um Elterngeld zu bekommen, darf man nicht mehr als 30 Stunden pro Woche arbeiten. Wer seine Arbeitszeit reduziert, erhält während der Elternzeit die volle Zahlung, also zwei Drittel seines Lohnausfalls ersetzt.

Beispiel: In der Elternzeit verdient eine junge Mutter nur 900 Euro netto, vorher hatte sie dagegen genau doppelt so viel. Ihr Nettolohn sinkt damit um genau 900 Euro. 67 Prozent hiervon erhält sie als Elterngeld. Es beträgt dann 603 Euro monatlich. Zusammen mit ihrem Lohn von 900 Euro kommt sie somit auf 1503 Euro im Monat. Aufgestockt werden kann dies durch Kindergeld und gegebenenfalls Wohngeld. Wer Arbeitslosengeld II bezieht, erhält zusätzlich zu den ALG-II-Leistungen monatlich 300 Euro Elterngeld und zwar für zwölf Monate.

Die Regelungen beim jetzigen Erziehungsgeld sind besser: Hier gibt es 24 Monate lang je 300 Euro Erziehungsgeld zusätzlich zu der Hartz-IV-Leistung. Steuern werden auf das Elterngeld nicht erhoben. Es unterliegt aber wie das Arbeitslosengeld I dem Progressionsvorbehalt. Berücksichtigt wird es bei denen, die neben dem Elterngeld steuerpflichtige Einkünfte haben und erhöht so unter Umständen den Steuersatz.

Bei der Elternzeit bleibt alles beim Alten. Berufstätige können bis zu drei Jahre Elternzeit nehmen. In diesem Zeitraum können sie als Erwerbstätige pausieren oder ihre Arbeitszeit verkürzen. Ihr Arbeitsplatz ist gesichert.

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