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BMW-Chef Harald Krüger präsentierte den Aktionären nicht nur neue sportliche Modelle. Vor allem die Zahlen des – wie Krüger sagte – „profitabelsten Automobilkonzerns der Welt“ überzeugten die rund 5000 anwesenden Anteilseigner.

Angekratztes Öko-Image

Neues Flaggschiff: BMW bringt die Luxusklasse ins Gelände

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Das durch einen peinlichen Fehler angekratzte Öko-Image beschäftigte BMW bei der gestrigen Hauptversammlung. Dabei geriet in den Hintergrund, dass man im Zweikampf mit Mercedes auf Modelle ohne Öko-Anspruch setzt. 

München – Zweieinhalb Tonnen Gewicht, 571 PS, Tempo 250 und 15 Liter Verbrauch – die Geländewagenflotte des BMW-Konzerns bekommt ein neues Flaggschiff: Der Rolls-Royce Cullinan, daran zweifelt keiner, wird ein großer Erfolg – ebenso wie im BMW-Konzern vom Mini Countryman bis zum kommenden BMW X6 noch jedes Sport Utility Vehicle.

Es ist gerade mal ein Jahrzehnt her, als der damalige BMW-Chef und heutige Vorsitzende des Aufsichtsrates, Norbert Reithofer, den Fahrzeugen des Konzerns einen strikten Sprit-Sparkurs verordnete, das Formel-1-Engagement beendete und die Pläne für den BMW-Luxus-Geländewagen X7 einstampfen ließ – der jetzt unter Harald Krüger doch kommt.

Vor allem in den USA sollen Kunden gewonnen werden

BMW hat zwar beim Umstieg auf Elektromobilität die Konkurrenten deutlich abgehängt. Doch bei der Steigerung des Absatzes hatten zuletzt Mercedes und Audi die Nase vorn. Das lag auch daran, dass beide die Modelloffensive der Münchner erfolgreich kopiert hatten und vor allem im SUV-Bereich auch Segmente bedienten, vor denen BMW aus ökologischen Beweggründen zurückgeschreckt war.

Das ändert sich nun: Mit dem BMW X7 will man vor allem in den USA die Kunden gewinnen, die den eigentlich schon wuchtigen X5 als besseren Kleinwagen verschmähten. Und der Cullinan dürfte nicht nur als komfortables Wüstengefährt für reiche Araber Erfolg haben, sondern auch in China, wo die Kundschaft der BMW-Edelmarke deutlich jünger ist als im Rest der Welt. 45 Jahre alt ist im globalen Durchschnitt der Käufer eines Rolls-Royce, in China ist er nur 35 Jahre alt. Mit dem Cullinan kommen Abenteuerlustige auch im nicht so gut erschlossenen chinesischen Hinterland ordentlich voran. Es gibt also aus Sicht vieler Kunden gute Gründe für die Neuorientierung im Produktportfolio. „2018 ist unser X-Jahr“, sagte Konzern-Chef Harald Krüger auf der Hauptversammlung in der Münchner Olympiahalle.

Das beschäftigt das ökologische Gewissen der Aktionäre

Die Anleger nahmen das unkommentiert hin. Das ökologische Gewissen der Aktionäre, die das Wort ergriffen, beschäftigte eine ganz andere Frage: Sie wollten wissen, ob nicht vielleicht doch eine böse Absicht dahinterstecken könnte, dass 12.700 BMW 5er und 7er seit einem Software-Update mehr Stickoxide emittieren als erlaubt. Dafür gibt es zwar keine Anhaltspunkte. Und es stellt sich auch die Frage, wen man damit betrügen wollte, wenn man einem korrekt laufenden Auto eine Software aufspielt, die zwar zu dessen Motor passt, aber nicht zur Abgasreinigung. Letztlich konnte Krüger die Bedenken entkräften.

Sonst hatten die BMW-Aktionäre wenig zu meckern: Rekordabsatz, Rekordergebnis und die Rekorddividende von 4 Euro (für Vorzugsaktien 2 Cent mehr) boten wenig Anlass für Kritik.

Und auch auf der Öko-Seite hatte BMW gestern mehr zu bieten, als die ausgebaute SUV-Palette vermuten ließ: Etwa die geplanten 140 000 elektrifizierten Fahrzeuge, die im laufenden Jahr ausgeliefert werden (2017 waren es 100.000). Bis Ende 2019 sollen sogar eine halbe Million mit teil- oder vollelektrischem Antrieb unterwegs sein.

Wobei vor allem der i4, der 2020 auf den Markt kommen soll, große Hoffnungen weckt. Er passt nicht nur von der Formgebung eher ins Beuteschema traditionsbewusster BMW-Fans als der gewöhnungsbedürftige i3. Er gleicht auch dessen größtes Manko aus: Die geringe Reichweite. Eine Batteriefüllung des i4 soll für 600 Kilometer reichen.

Lesen Sie auch: Diesel-Skandal: BMW-Spitze rechtfertigt sich, klagt über Politik - und teilt gegen VW aus

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