Neues Job-Barometer der Arbeitsagentur

Arbeitslosigkeit wird 2014 steigen

Nürnberg - Der Schwung ist raus aus dem Arbeitsmarkt. Was Experten schon länger beobachten, bestätigt jetzt ein neues Prognose-Instrument der Bundesagentur. Das sind die Aussichten für 2014:

Arbeitsmarktforscher rechnen bis zum Jahresanfang 2014 nur mit wenig Bewegung auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Nach Abzug von Saisoneinflüssen werde die Arbeitslosigkeit in den kommenden drei Monaten sogar leicht steigen, prognostizierte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am Montag in Nürnberg. Die Arbeitsmarktforscher berufen sich dabei auf das vom IAB und der Bundesagentur für Arbeit (BA) entwickelte Prognoseinstrument „IAB-Arbeitsmarktbarometer“. Im Oktober steht der mit dem neuen Instrument errechnete Indikator bei 99,6 Punkten. Werte unter 100 signalisieren steigende Arbeitslosigkeit.

„Ein günstiger Trend zeichnet sich derzeit nicht ab“, stellte IAB-Leiter Joachim Möller zur weiteren Arbeitsmarktentwicklung fest. Derzeit tendiere der Arbeitsmarkt zu leicht steigender Arbeitslosigkeit. „Die günstigen Konjunkturerwartungen für das Jahr 2014 schlagen sich derzeit auf dem Arbeitsmarkt noch nicht nieder“, unterstrich Möller.

Der seit Monaten anhaltende Trend zu stagnierender oder sogar leicht steigender Arbeitslosigkeit mache deutlich, dass die Effekte der Hartz-Reformen von Mitte vergangenen Jahrzehnts inzwischen ausliefen. „Auch zieht inzwischen die EU-Schuldenkrise die deutsche Konjunktur in Mitleidenschaft“, gab der IAB-Chef zu bedenken. Das seit 2008 ermittelte, aber erst jetzt erstmals veröffentlichte Arbeitsmarktbarometer war nach dem Job-Boom von 2009 bis 2011 erstmals im März 2012 unter die 100-Punkte-Marke gerutscht.

Mit diesem "Warenkorb" wird die Inflationsrate berechnet

Mit diesem "Warenkorb" wird die Inflationsrate berechnet

Das Arbeitsmarktbarometer fußt auf einer monatlichen Befragung der 156 deutschen Arbeitsagentur-Chefs. Sie werden dabei nach ihrer Einschätzung zur Entwicklung der saisonbereinigten Arbeitslosenzahl befragt, erläutert IAB-Forscher Enzo Weber. Vergleiche mit der tatsächlichen Arbeitsmarktentwicklung habe das IAB von der Zuverlässigkeit des Instruments überzeugt. „Das Barometer bietet deutlich präzisere Prognosen als alle anderen schon vorhandenen Prognoseinstrumente für den Arbeitsmarkt“, ergänzte IAB-Vizedirektor Ulrich Walwei. Das Arbeitsmarktbarometer soll allmonatlich veröffentlicht werden - jeweils zwei Tage vor Bekanntgabe der monatlichen Arbeitslosenzahlen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

VW wendet Abgas-Prozess in den USA ab
Fairfax (dpa) - Volkswagen hat auf den letzten Drücker den ersten US-Gerichtsprozess im "Dieselgate"-Skandal verhindert. Der Rechtsstreit mit einem Jetta-Besitzer, der …
VW wendet Abgas-Prozess in den USA ab
DGB-Chef fordert mehr Schutz und Respekt für Betriebsräte
In den kommenden Wochen werden in vielen deutschen Betrieben neue Betriebsräte gewählt. Nach Ansicht der Gewerkschaften sind sie gerade wegen der Digitalisierung …
DGB-Chef fordert mehr Schutz und Respekt für Betriebsräte
WTO-Chef: Handelskriege können "jederzeit passieren"
Erst US-Strafzölle, dann Proteste aus China und anderen Ländern: Die Stimmung könne sich hochschaukeln, warnt WTO-Chef Azevêdo. Mehr statt weniger Globalisierung ist …
WTO-Chef: Handelskriege können "jederzeit passieren"
BMW spielte falsche Abgas-Software auf 5er und 7er auf
München/Flensburg (dpa) - BMW hat 11.700 Dieselautos mit einer falschen Abgas-Software ausgestattet. Das Programm sei für die SUV-Modelle X5 und X6 entwickelt worden, …
BMW spielte falsche Abgas-Software auf 5er und 7er auf

Kommentare