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Das Kehrmonopol läuft aus: Hausbesitzer können sich künftig ihren Kaminkehrer selbst auswählen. Sie müssen allerdings dafür sorgen, dass Kamin und Heizung regelmäßig gereinigt und gewartet werden.

Was sich 2013 alles ändert

Jetzt können Sie den Kaminkehrer frei wählen

München - Arbeitnehmer, Familien und Verbraucher müssen sich im neuen Jahr auf zahlreiche Änderungen einstellen. So können Hausbesitzer ihren Kaminkehrer künftig frei auswählen.

Gerade bei der Geldanlage hat es in den vergangenen Jahren immer wieder lange und aufwendige Prozesse gegeben. Viele Verbraucher fühlten sich falsch oder nur unzureichend beraten. Der Gesetzgeber will jetzt auch in diesem Bereich mehr Transparenz schaffen. Aber auch bei den Regeln für das Telefonieren oder für die Nebenkostenabrechnung der Miete ändert sich im nächsten Jahr einiges.

Finanzberater müssen haften

Weiterhin darf sich jedermann Finanzberater nennen. Die Gewerbeordnung und die Verordnung zur Vermittlung von Finanzanlagen umreißen aber zumindest mittelbar ab 1. Januar dessen Berufsbild genauer. Der Berater muss nun bei den Industrie- und Handelskammern einen Sachkundenachweis erbringen und er muss sich so versichern, dass er bei Vermögensschäden haften kann.

Mehr Sicherheit in der Anlageberatung

Wertpapierdienstleister dürfen gesetzlich nur gut ausgebildete und seriöse Mitarbeiter beschäftigen – theoretisch. Anlageberater, Compliance-Beauftragte und Vertriebsverantwortliche werden dazu ab Januar bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) registriert.

Alle Kundenbeschwerden über Mitarbeiter müssen die Institute künftig der Bafin melden – und auch die werden registriert. Die Bafin kann so schwere oder wiederholte Verstöße bestrafen und unseriöse Berater sogar ganz aus dem Verkehr ziehen.

Immofonds künftig weniger flexibel

Große offene Immobilienfonds wie der SEB Immoinvest sind 2012 in die Knie gegangen und werden derzeit abgewickelt. Die Anleger zittern um ihre Anlagen der einst als so sicher bezeichneten Fonds. Das soll sich nicht wiederholen. Ab 2013 gelten neue Regeln für die Wertermittlung, Anteilsrücknahme, deren Aussetzung und die Verwendung der Erträge. Alle Anleger müssen nun ihre Fonds erst zwei Jahre besitzen, bevor sie diese wieder zurückgeben können. Außerdem muss der Besitzer schon ein Jahr vorher ankündigen, damit ein Fonds nicht überraschend durch Anlegerpanik in Schieflage geraten kann.

Diese Regeln gelten aber nur für den Umgang mit Anteilen, die mehr als 30 000 Euro wert sind – und nicht für Altkunden. Der Normalanleger bleibt also auch bei Offenen Immofonds flexibel. Auch bei der Auflösung eines Fonds hat der Gesetzgeber die Regeln verschärft, damit die Gesellschaften hier nicht mehr Zahlungsunfähigkeiten verzögern können.

Warteschleifen kosten nichts mehr

Es gilt bereits seit Monaten, dass der Anruf von Sonderrufnummern, die pro Minute abgerechnet werden, die ersten zwei Minuten einer Warteschleife gratis sein müssen – mindestens. Nun kostet der Anruf bei solchen teuren Sonderrufnummern (0900/0180) nur noch dann etwas, wenn der Grund auch bearbeitet wird – gleich, ob der Anrufer per Festnetz oder Handy Kontakt aufnimmt.

Und ab 1. Juni 2013 ist die Wartezeit bei Sonderrufnummern mit Minutentakt sogar ganz gratis. Zudem unterliegen alle Firmen nun der Auflage, Anrufer bei ihrer Service-Hotline gleich zu Beginn der Warteschleife über den Preis und die Dauer der Wartezeit zu informieren.

Kaminkehrer frei auswählen

Das Kehrmonopol ist Geschichte. Hausbesitzer können sich ihren Kaminkehre meist frei aussuchen – müssen aber nun auch selbst dafür sorgen, dass Heizung und Kamin im vorgeschriebenen Rhythmus gewartet und gereinigt werden. Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik dürfen diese Aufträge nun ausführen, wenn sie als freie Kaminkehrer bei der Handwerkskammer eingetragen sind. Der Bezirkskaminkehrer wird aber weiter die Feuerstättenschau vornehmen. Alle fünf Jahre überprüft nur er die sicherheitsrelevanten Bestandteile der Heizungsanlage und bestimmt, welche Kehrarbeiten nötig sind. Alle neuen Kamine begutachtet er ebenfalls und lässt sie sicherheitstechnisch zu.

Warmwasser zählt genauer

Wer ein Mehrfamilienhaus besitzt, der muss bis Ende 2013 jede Wohnung mit Warmwasserzählern ausstatten, die die Wärmeabgabe in Kilowattstunden angeben. Die pauschale Umlage ist nur noch möglich, wenn die Erfassung mit sehr hohen Kosten oder großem Aufwand verbunden wäre. Wenn die Zähler nicht bis Ende nächsten Jahres installiert sind, kann der Mieter die Heizkostenabrechnung pauschal um 15 Prozent kürzen.

Rundfunkgebühren pro Wohnung

Im kommenden Jahr werden alle Gebühren für den Empfang der öffentlich-rechtlichen Programme pro Wohnung erhoben. Bisher mussten die Rundfunkgebühren für jedes Gerät gezahlt werden. Um die 17,98 Euro Pauschale pro Monat kommt also auch der nicht herum, der überhaupt keine Empfangsgeräte besitzt.

Selbst Schwerbehinderte müssen zahlen; allerdings auf Antrag nur den ermäßigten Rundfunkbeitrag von 5,99 Euro.

Von Peter Weissenberg

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