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Die Zentrale des Pharmakonzerns Boehringer Ingelheim. Foto: dieth+schröder-fotografie / Boehringer Ingelheim

Neuheiten beflügeln Pharmakonzern Boehringer Ingelheim

Der Pharmakonzern hat 2015 Umsatz und Gewinn kräftig gesteigert. Jetzt will sich das Familienunternehmen auf verschreibungspflichtige Medikamenten konzentrieren. Sorgen macht Boehringer das Geschäft in den USA.

Ingelheim (dpa) - Getragen von einer kräftigen Umsatz- und Gewinnsteigerung im vergangenen Jahr will sich der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim neu aufstellen.

Im Zentrum soll das forschungsintensive Geschäft mit Medikamenten in der Humanmedizin stehen, ohne Generika und frei verkäufliche Mittel, aber ergänzt von der Tiermedizin, wie die Unternehmensleitung bei der Vorstellung der Bilanz erläuterte.

Begleitet von der höchsten Zahl von neuen Produkten in der Firmengeschichte stieg der Umsatz im vergangenen Jahr um 11,1 Prozent auf 14,8 Milliarden Euro, wobei das Unternehmen von Wechselkurseffekten profitierte. Um diese Einflüsse bereinigt ergab sich ein Umsatzwachstum von 4,1 Prozent. Der Gewinn nach Steuern kletterte um 51 Prozent auf 1,58 Milliarden Euro. Die Umsatzrendite ging von 16,3 auf 15,3 Prozent zurück. 

Der Umsatz werde in diesem Jahr weiter steigen, aber etwas geringer als 2015, sagte der künftige Firmenchef Hubertus von Baumbach. Das Familienunternehmen erwarte zudem eine "zufriedenstellende, stabile Ergebnisentwicklung". Die ersten vier Monate seien zufriedenstellend verlaufen. 

Boehringer beschäftigt in Deutschland 14 900 Mitarbeiter; diese Zahl soll stabil bleiben. Weltweit hat das Unternehmen 47 500 Beschäftigte. Beim Geschäft in den USA stelle sich Boehringer aber die Frage, "ob wir bei der Art und Weise, wie wir dort aufgestellt sind, weiterhin wettbewerbsfähig sind".

Das Familienunternehmen wolle nicht nur auf Generika, sondern auch auf das Geschäft mit frei verkäuflichen Medikamenten verzichten, sagte der scheidende Firmenchef Andreas Barner. Hierzu laufen Verhandlungen mit dem Pharmakonzern Sanofi über einen Tausch von Geschäftsbereichen. "Ziel ist es, dass sich Sanofi auf die verschreibungsfreien Medikamente konzentriert und wir uns als Boehringer Ingelheim auf das forschungsgetriebene Tiergesundheitsgeschäft fokussieren", sagte Barner. 

Schwerpunkt bleibt das forschungsintensive Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten ohne Generika - hierauf entfielen schon im vergangenen Jahr 72 Prozent des Umsatzes. Für die Entwicklung von Mitteln für die Humanmedizin will Boehringer in den nächsten fünf Jahren rund elf Milliarden Euro investieren. Zurzeit betreibt das Unternehmen nach eigenen Angaben mehr als 100 Forschungs- und Entwicklungsprojekte. Ab Juli soll eine neue Organisationseinheit mit der Bezeichnung "Innovation Unit" für die Weiterentwicklung von Medikamenten gebildet werden.

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