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9-Euro-Ticket: Verkehrsminister Wissing wälzt Nachfolge-Regelung auf Länder ab

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Von: Lisa Mayerhofer

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Das Neun-Euro-Ticket ist laut Verkehrsminister Wissing ein „Riesenerfolg“, einen Anschluss an das Sparticket hält er ab Ende 2022 für möglich. Doch das sollen nun die Länder regeln.

Berlin – Das Neun-Euro-Ticket hat für einen Riesenansturm auf Bahn und Bus gesorgt. Da aber schon zum September Schluss ist mit dem Sparticket, kursieren derzeit zahlreiche Ideen für eine Anschlusslösung: vom 29- bis zum 69-Euro-Ticket oder einem günstigen Jahresticket ist die Rede. Die Frage ist nur: Wer regelt das alles?

„Riesenerfolg“: Wissing denkt über Nachfolger für Neun-Euro-Ticket nach

Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) dachte erst am Dienstag gegenüber der Deutschen Presse-Agentur über einen Nachfolger für das Neun-Euro-Ticket nach. Ein Angebot sei Ende des Jahres oder Anfang 2023 möglich. Denn: Anfang November sollten Daten zu dem Ticket vorliegen, die bei der Bewertung helfen sollten, sagte Wissing der Deutschen Presse-Agentur.

Der Verkehrsminister sieht das Neun-Euro-Ticket als „Riesenerfolg“. Wichtig sei, dass bei einem Nachfolger der Preis und die angebotene Leistung stimmen müssten. Außerdem wolle er einen Anstoß dazu geben, den Tarifdschungel im Nahverkehr zu lichten. „Wir haben ja viele Bahnhöfe, in denen teils mehrere Fahrkartenautomaten stehen, die kein Mensch so richtig versteht“, sagte Wissing.

Wissing: Länder müssen sehen, „wie sie das finanzieren wollen“

Allerdings gab er heute auch bekannt, dass er bei einem Nachfolgeangebot für das Neun-Euro-Ticket nicht den Bund in der Pflicht sieht – sondern die Länder. Der öffentliche Nahverkehr und dessen Tarifgestaltung seien eindeutig „Ländersache“, sagte er am Mittwoch im ARD-Morgenmagazin. Die Länder müssten daher sehen, „wie sie das finanzieren wollen“.

„Ich kann ja nicht von Bundesseite plötzlich den ÖPNV organisieren, die Preisgestaltung vorgeben oder die Tickets vorgeben“, sagte Wissing. Das sei in der Verfassung „anders vorgesehen“. Dass der Bund „einmalig“ für drei Monate das Neun-Euro-Ticket finanziert habe, sei ein „Einsparvorschlag“ vor dem Hintergrund der Abmilderung der Auswirkungen des Ukraine-Kriegs gewesen. Auch dieser sei indessen nur mit Zustimmung des Bundesrats möglich gewesen.

ÖPNV: Länder fordern mehr Geld vom Bund

Wissing sagte weiter, es bleibe bei dem von der Verkehrsministerkonferenz der Länder beschlossenen Vorgehen. Demnach werde „im Herbst beraten, wie die Strukturen des ÖPNV neu aufgestellt werden sollen“. Nun seien die Länder „am Zug“, fügte der Bundesverkehrsminister im Morgenmagazin an.

Nur: Die Länder wollen dafür Geld sehen: Der Bund müsse die Mittel erhöhen, mit denen die Länder den ÖPNV finanzierten, sagte der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) der Deutschen Presse-Agentur. Die Länder hätten einmütig gefordert, diese sogenannten Regionalisierungsmittel um jährlich jeweils 1,5 Milliarden Euro anzuheben. Nur so könnten die gestiegenen Energie- und Personalkosten bewältigt und das bestehende Angebot ohne Kürzungen gesichert werden. Außerdem sei es wichtig, den Ausbau anzugehen, um die Fahrgastzahlen verdoppeln und die Klimaziele erreichen zu können. (lma/dpa/AFP)

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