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Neun-Euro-Ticket-Nachfolge: Wie viel es kosten könnte und was noch geklärt werden muss

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Von: Patricia Huber

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Ein Nachfolger für das Neun-Euro-Ticket steht noch nicht fest. Es wird jedoch bereits über Preise, Zuständigkeiten und die Finanzierung diskutiert.

Berlin – Das Neun-Euro-Ticket war ein voller Erfolg. Nach Branchenangaben wurden rund 52 Millionen der Spartickets verkauft. Ab heute, den 1. September, müssen ÖPNV-Kunden jedoch wieder deutlich tiefer in die Tasche greifen und die alten Preise bezahlen. Ob es einen Nachfolger für das Neun-Euro-Ticket geben wird, darüber wird bereits seit langem hitzig diskutiert.

Neun-Euro-Ticket: Wissing spricht sich für Nachfolgeangebot aus

Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) hat sich bereits dafür ausgesprochen, auch künftig den Nahverkehr wieder attraktiver zu gestalten. „Wir wissen, dass wir eine Begeisterung für den ÖPNV ausgelöst haben, wie sie in Deutschland wahrscheinlich noch nie vorhanden war“, erklärte er. Das seien Gründe, jetzt den nächsten Schritt schnell zu gehen. Das digitale Angebot und die bundesweite Geltung der Neun-Euro-Tickets hätten etwas ausgelöst, was vorher nicht ausreichend im Blick gewesen sei: „Nämlich, was für eine Attraktivität ein einfaches Ticket für die Menschen hat.“

Doch so einfach scheint das mit dem Ticket doch nicht zu sein. Denn der Bund spielt den Ball nun den Ländern zu, welche in der Regel selbst für den Nahverkehr zuständig sind. Für das Neun-Euro-Ticket hat der Bund jedoch 2,5 Milliarden Euro bereitgestellt. Wissing wäre zwar laut Handelsblatt-Angaben dazu bereit, auch vom Bund etwas zu einem neuen Spar-Ticket beizusteuern, doch die Länder müssten auch ihren Beitrag leisten.

Und wie reagieren die Länder? Nun ja, die fordern wiederum mehr Geld vom Bund. Sie verweisen auf stark gestiegene Kosten für Energie, Material und Personal. Wissing hingegen pocht vorerst auf eine Reform der Tarifstruktur, weniger Bürokratie und mehr Digitalisierung bei den Verkehrsunternehmen. Denn bei manchen Betrieben ist es noch nicht einmal möglich, Fahrkarten online zu erwerben.

Wie viel könnte der Neun-Euro-Ticket-Nachfolger kosten?

Aber wie viel könnte ein Nachfolge-Ticket kosten? Eins ist klar: Neun Euro werden es wohl nicht mehr sein. Dem würde Finanzminister Christian Lindner (FDP) wohl sehr schnell einen Riegel vorschieben. Er erklärte: „Jetzt sind die Länder dran. Wenn die Finanzierungsfrage klar ist, kann der Preis festgelegt werden.“

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Im Gespräch sind schon diverse Vorschläge für Folgemodelle – etwa für ein 365-Euro-Jahresticket und Monatstickets für 29, 49 oder 69 Euro. Wissing sagte, erst ganz am Ende komme eine Rechnung heraus, die den Preis liefern werde. „Wenn man sagt, ein Ticketpreis ist gesetzt, und der Rest muss angepasst werden, dann kommt man nicht zu einer optimalen Reform.“ (ph/dpa)

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