Neuverhandlungen besser als erwartet

- Die Münchener Rück hat erstmals seit fast 100 Jahren mit Verlust abgeschlossen. Der Kurs ist auf ein Viertel seines Höchststandes von 391 Euro vor drei Jahren gesunken. Was passiert, wenn neue riesige Schäden durch Natur- und Menschengewalt bezahlt werden müssen? Wir fragten bei Rolf Weigel, Analyst beim Bankhaus Reuschel in München, an.

<P>Sollte die Münchener Rück an ihrer Erstversicherungs-Tochter Ergo festhalten?<BR><BR>Rolf Weigel: Diese Frage wird an der Börse bereits seit längerem diskutiert. Der unmittelbare Vergleich mit der Swiss Re würde meines Erachtens eher dafür sprechen, sich aus dem Erstversicherungsgeschäft zurückzuziehen. Andererseits aber kann man feststellen, dass Ergo 2003 operativ eine deutliche Verbesserung gelungen ist - bei gutem organischen Wachstum. Grundsätzlich ist das eine strategische Frage, die der Konzern entscheiden muss.<BR><BR>Die Angst vor Terrorakten und Klimakatastrophen wächst. Welche Gefahren drohen dem Rückversicherer?<BR><BR>Weigel: Die Neuverhandlungen der Rückversicherungsverträge zu Beginn des Jahres sind besser gelaufen als erwartet. Dadurch hat sich die Wettbewerbssituation meiner Meinung nach für die Münchener Rück weiter verbessert. Das hängt auch damit zusammen, dass seit dem 11. September 2001 einige kleinere Rückversicherungen aus dem Markt ausgeschieden sind, was die Konzentration erhöht hat. Höhere Prämien konnten durchgesetzt werden. Wenn sich allerdings langfristig Naturkatastrophen häufen und größere Schäden anrichten, würde sich die Lage sicherlich verschlechtern.<BR><BR>Wo wird der Kurs Ende des Jahres stehen? <BR><BR>Weigel: Wir sind grundsätzlich eher optimistisch, weil das Rückversicherungsgeschäft besser läuft. Die Zahlen 2003 waren durch Sonderfaktoren belastet, die sich so nicht wiederholen werden. Das Kursziel sehen wir bei über 100 Euro.</P><P>Das Gespräch führte Christian Vordemann.</P>

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