Nicht gleich Vollgas geben: Start in die neue Motorrad-Saison

- Kaum schmilzt die Frühlingssonne den Schnee von den Straßen, wird es auch den Motorradfahrern warm - vor allem ums Herz: Endlich ist die Zeit gekommen, das Zweirad aus der Garage zu holen und in die neue Saison zu starten. Doch damit die nicht mit unliebsamen Überraschungen beginnt, sollten die Einspur-Piloten einige Dinge beachten:

<P class=MsoNormal>Fahrzeug prüfen</P><P class=MsoNormal>Vor dem ersten Ausritt muss der fahrbare Untersatz gründlich auf seine Einsatzbereitschaft geprüft werden. Blinkt alles, was blinken soll? Gehen alle Lampen? Leuchten nach dem Drehen des Zündschlüssels Warnlampen auf? Sollte nach Betätigen des Startknopfes nur hilflos der Anlasser winseln, ohne den Motor starten zu können, haben eventuell durch die lange Standzeit Treibstoffreste die Vergaser-Düsen verstopft. In diesem Fall hilft nur ein Gang zur Werkstatt oder ein Hilferuf beim ADAC.</P><P class=MsoNormal>Motor warmfahren </P><P class=MsoNormal>Erwacht der Motor plangemäß zum Leben, sollte man nicht sofort Vollgas geben. Nach Monaten des Stillstands gilt noch mehr als sonst, den Kolben ein schonendes Warmfahr-Jogging zu gönnen. "Als Faustregel gilt: Die ersten 15 Minuten den Motor nicht höher als ein Drittel der möglichen Drehzahl drehen lassen", empfiehlt Peter Thaler, Filialleiter beim Motorradzubehör-Fachhändler "Spätzünder" in München. "Den Motor im Stand warmlaufen zu lassen, ist nicht so günstig. Dabei bilden sich sofort wieder Ablagerungen."</P><P class=MsoNormal>Bremsen freifahren </P><P class=MsoNormal>Auf den ersten Metern Fahrt ist sorgfältig zu testen, ob sich die Bremsbacken mit der gewohnten Vehemenz in die Scheiben verbeißen. Stand das Motorrad nicht trocken, ist es nämlich möglich, dass die Scheiben Flugrost angesetzt haben. Das ist an sich nicht bedenklich, allerdings muss man die Scheiben erst vorsichtig freibremsen, bevor sie wieder ihre gewohnte Wirkung entfalten. Denn der zusätzliche Belag erhöht die Wirkung der Stopper kurzfristig - wer da unbedarft in die Eisen greift, liegt schnell auf der Nase.</P><P class=MsoNormal>Auch dem Stand und dem Alter der Bremsflüssigkeit sollte man Aufmerksamkeit widmen und die Leitungen der Stopper auf Dichtigkeit und verdächtige Risse überprüfen. Die Antriebskette ist auf korrekten Zug zu prüfen und gründlich zu schmieren.</P><P class=MsoNormal>Wartungsarbeiten</P><P class=MsoNormal>Wer sein Bike im Herbst aus Schlechtwetterfrust lieblos und ohne große Umstände in die Ecke gestellt hat, muss jetzt nachsehen, ob Wartungsarbeiten anstehen, wie Ölwechsel, Inspektion oder Reifenwechsel. Viele Motorradhändler bieten zum Saisonstart besondere Angebote im Service-Bereich, ein Blick in die Kleinanzeigen kann sich lohnen. Allerdings sollte man sich momentan jahreszeitlich bedingt auf höhere Wartezeiten für einen Termin einstellen.</P><P class=MsoNormal>Reifendruck prüfen </P><P class=MsoNormal>Vor der ersten Kurvenjagd ist unbedingt ein Besuch der nächsten Tankstelle einzuplanen, um den Reifendruck zu prüfen. In ein paar Monaten Standzeit kann der sich stark gesenkt haben, ohne dass es von außen sichtbar ist. "Zu wenig Reifendruck destabilisiert das Fahrverhalten des Motorrades gefährlich", warnt Maximilian Maurer vom ADAC. Wenn der Biker erst in einer engen Kurve merkt, dass die Reifen wegen zu wenig Druck das Fahrzeug nicht in der Spur halten können, ist es meist zu spät. Den korrekten Reifendruck für die Maschine erfährt man in der Bedienungsanleitung oder beim Fachhändler.</P><P class=MsoNormal>Ausrüstung pflegen </P><P class=MsoNormal>Nicht nur dem Motorrad selber, auch der oft lebenswichtigen Ausrüstung schaden eine Inspektion und ein Frühjahrsputz nicht: Lederkombis und -Handschuhe sind gut einzufetten, wenn das Material reißfest und dadurch bei einem Sturz schützend bleiben soll. Textiljacken werden optimalerweise imprägniert, damit Regengüsse nicht den Ausritt vermiesen. Für einen besseren Durchblick ist das Helmvisier von in der letzten Saison "erlegten" Fliegen zu befreien.</P><P class=MsoNormal>Helm zu alt? </P><P class=MsoNormal>Überhaupt sollte man dem Helm einen gründlicheren Blick widmen. Handelt es sich um einen günstigen Polycarbonat-Helm, darf er beim Start in die Saison nicht älter als drei Jahre sein: "Die schützende Kunststoffschale härtet durch UV-Strahlung aus und wird spröde. Kommt es zu einem Sturz, kann sie keinen optimalen Schutz mehr gewährleisten", erklärt Peter Thaler vom Fachhändler "Spätzünder".</P><P class=MsoNormal>Teurere Fiberglas-Helme dagegen altern nicht so schnell, da die Schale alterungsbeständig ist. "Doch auch sie sollten nach 5 bis 7 Jahren gewechselt werden, da ihr Styropor-Inlay altert und brüchig wird", betont Thaler. Das Styropor absorbiert beim Sturz die Aufprallenergie und ist lebenswichtig.</P><P class=MsoNormal>Fahrpraxis auffrischen </P><P class=MsoNormal>Gerade unerfahrenere Motorradfahrer sollten vor der ersten Tour im Frühjahr erst einmal einen einsamen Parkplatz anfahren und sich bei Brems- und Kurvenmanövern kurz wieder mit dem Verhalten des Fahrzeuges vertraut machen. Das dauert nicht lange und bringt viel. Viele Reflexe sind in den Monaten der zwangsweisen Enthaltsamkeit eingerostet. Danach steht einem optimal vorbereiteten Start in den Frühling nichts mehr im Wege.</P>

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