Nicht immer kommt man per Mausklick am günstigsten weg

- Zehn Prozent des Umsatzvolumens gehen am Reisebüro vorbei und in den Online-Bereich. Diese Zahl nennt Stephan Busch, Präsident des Bundesverbands mittelständischer Reiseunternehmen. Gerade wenn es um die Buchung von Flug und Hotel geht, wandern die Deutschen gerne per Mausklick zum gewünschten Ziel. Dagegen liegt der Anteil der Pauschalreisen, die online gebucht werden, unter zwei Prozent, wie Sibylle Zeuch, Pressesprecherin beim deutschen Reisebüro- und Reiseveranstalterverband, weiß. Damit der Traumurlaub nicht zum Albtraum wird, sollten Online-Bucher einige Dinge beachten.

Seiten vergleichen

In dem riesigen Angebot an Reiseportalen gilt es zunächst, sich einen Überblick zu verschaffen. Die Zeitschrift "Stern" hat die Reiseportale Avigo.de, Ebookers.de, Expedia.de, Lastminute.com, Opodo.de, Start.de, Thomascook.de, Travelchannel.de, Travel 24.com, Tui.de und Weg.de getestet und kam zu dem Schluss: Die meisten Homepages geben gute Informationen, manchmal seien die Seiten aber unübersichtlich gestaltet. Einen Überblick verschafft Travelan.de, der verschiedene Touristik-Veranstalter und Touristik-Partner bündelt. Um umfassend über die Angebote Bescheid zu wissen, müsse man mehrere Seiten genau anschauen, betont Zeuch: "Man muss alles vergleichen, nicht nur den Preis." Und der Kunde sollte sich nicht täuschen lassen: "Das Surfen im Internet bedeutet nicht, dass man dort auch unbedingt das günstigste Angebot findet."

Sichere Daten

Auf vielen Reiseportalen zeigt ein Gütesiegel Sicherheit an. "Ein TÜV-Gütesiegel ,safer shopping’ ist unter anderem bei Expedia.de, Travel24.com und Lastminute.com zu finden", sagt Claudia Brözel vom Verband Internet-Reisevertrieb. Eine Verschlüsselung der Kundendaten sei Standard. Oft zeige ein gelbes Schloss die Verschlüsselung an.

Impressum muss sein

Wichtig sei weiter, dass Kunden nicht auf einer Seite buchen, auf der kein Impressum und keine Ansprechpartner stehen. Ferner sollten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen deutlich zu lesen sein - und auch gelesen werden. Außerdem gibt Petra von Rhein, Juristin bei der Verbraucherzentrale Bayern, die Tipps: "Man sollte bei einer gut bekannten Firma buchen, und es muss ein ordnungsgemäßes Postfach mit Anschrift angegeben sein. Außerdem sollte keine Zahlung erfolgen, ohne dass der Veranstalter einen Sicherungsschein ausgibt." Sie rät, besonders skeptisch zu sein, wenn eine Reise zu einem unwahrscheinlich billigen Preis angeboten werde. Wer Zweifel hat, könne sich beim Gewerbeamt erkundigen, ob die Firma eingetragen ist.

Anzahlung

"Eine Anzahlung von bis zu 20 Prozent des Reisepreises ist gestattet", betont von Rhein. Aber auch hier gelte, diese Anzahlung nur gegen die Aushändigung eines Sicherungsscheins zu leisten. Anzahlungen seien absolut üblich, bestätigt auch Brözel: "Die Online-Anbieter unterscheiden sich rechtlich nicht von den herkömmlichen Reisebüros."

Service

Urlauber, die sich eine Reise individuell aus einzelnen Bausteinen - zum Beispiel mit einem bestimmten Hotel, Fluggesellschaft, Mietauto und Stadtrundfahrt - zusammenstellen möchten, finden dazu im Internet ein reichhaltiges Angebot. Wer Wert legt auf direkte Ansprechpartner, die die Kundenwünsche kennen, wer Fachleute sucht, an die er sich bei Fragen oder Reklamationen sofort wenden kann, der sei laut Busch mit dem herkömmlichen Reisebüro gut beraten. Auf ihren Service, den sie stärker als das Internet bieten können, setzen die Reisebüros.

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