Nicht jede Dax-Firma ein Durchstarter

- München ­- Anleger, die vor zehn Jahren in den Deutschen Aktienindex (Dax) eingestiegen sind, hatten ein glückliches Händchen. Das Börsenbarometer stieg seit 1996 trotz heftiger Turbulenzen nach der Jahrtausendwende um über 120 Prozent. Allerdings entpuppte sich nicht jeder Spross der 30-köpfigen Dax-Familie als Rendite-Rakete: Während sich mancher Wert vervielfachte, konnten andere nur wenig zulegen.

Mit Abstand am Besten schnitt der Software-Lieferant SAP aus Walldorf ab. Wie ein Langzeitvergleich der Fondsgesellschaft Fidelity zeigt, steigerte das Vorzeige-Unternehmen seinen Börsenwert in den vergangenen zehn Jahren um 530 Prozent auf knapp 50 Milliarden Euro. Mit Abstand folgen auf Platz zwei und drei MAN und RWE: Alle Aktien des Münchner Lkw-Konzerns waren am Stichtag (30. September 2006) um ca. 320 Prozent mehr wert als eine Dekade zuvor. Die Papiere des Düsseldorfer Energieriesen gewannen um 290 Prozent auf 38 Milliarden Euro.

Gut gefahren sind Aktionäre auch mit den Papieren anderer bayerischer Dax-Mitglieder. Die Marktkapitalisierung von Siemens beispielsweise, dem gewichtigsten Wert im Leitindex, liegt heute bei über 61 Milliarden Euro. Das sind 170 Prozent mehr als 1996. Der Autobauer BMW schaffte sogar ein Plus von 209 Prozent auf 25,4 Milliarden Euro. Auch der Gasespezialist Linde, der seinen Hauptsitz in Bälde nach München verlegt, verzeichnete mit 178 Prozent einen deutliches Wachstum.

Richtig daneben lagen Investoren zwar mit keinem Dax-Wert, der seit 1996 im Index vertreten ist. Nach den Angaben von Fidelity verlor keines dieser Unternehmen an Börsenwert. Allerdings wurden einige den hohen Renditeerwartungen der Analysten nicht gerecht. Der Chemie-Spezialist Bayer etwa brachte den Anlegern lediglich einen Wertzuwachs von 53 Prozent. Ebenfalls nur mäßig machten sich Daimler-Chrysler und die Lufthansa mit 80 beziehungsweise 95 Prozent.

Im kommenden Jahr aber können auch diese Unternehmen möglicherweise nachlegen. Denn viele Börsenprofis sind zuversichtlich, dass der Dax nach vier guten Jahren auch 2007 weiter nach oben strebt. Die Marktbeobachter der Commerz- und Postbank rechnen damit, dass der Index zum Jahresende bei 7400 Punkten notiert. Derzeit hält er sich bei steigender Tendenz bei 6600 Punkten. Die Aktienexperten der Deutschen Bank sehen immerhin 7100 Punkte als realistisch an. Grund für den Optimismus: Weiter steigende Gewinne nicht zuletzt wegen der Unternehmenssteuerreform sowie die nach wie vor günstige Bewertung.

Nach Einschätzung mehrerer Analysten, die vom "Handelsblatt" befragt wurden, werden sich vor allem die Aktienkurse von Allianz, BASF und SAP positiv entwickeln. Kleinanlegern, die von möglichen Kursgewinnen profitieren wollen, sollten allerdings eher auf Aktienfonds setzen, als kurzfristig Einzelwerte zu erwerben. In einer aktuellen Untersuchung der Stiftung Warentest schneiden unter anderem der DWS Aktien Strategie Deutschland, der Adig Fondak und der dit-Vermögensbildung Deutschland gut ab.

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