Nicht nur Sprit ist teuer: Beim Auto auf versteckte Kosten achten

- Fast täglich klettern derzeit die Spritpreise auf neue Rekordhöhen. Ein Ende der Preisspirale ist nicht abzusehen. Nur mit konsequent schonender Fahrweise können Sie die Spritkosten im Griff behalten. Doch sparen lässt sich auch bei den Unterhaltskosten.

Teures Abgas

Ein Vergleich der Abgaswerte verschiedener Modelle rechnet sich: Bei einem schadstoffarmen Euro-4- oder Euro-3-Benziner werden pro 100 Kubikzentimeter Hubraum 6,75 Euro Steuern fällig (Diesel: 15,44 Euro). Bei Euro-2 und Euro-1-Benzinern betragen die Steuersätze 7,36 Euro (Diesel: 16,05 Euro) beziehungsweise 15,13 Euro (Diesel: 27,35 Euro). Für Benziner, deren Abgaswerte noch schlechter sind, gilt der Steuersatz 25,36 Euro (Diesel: 37,58 Euro).

Während ein 2,0-Liter-Benziner mit Euro-4- oder Euro-3-Norm im Jahr nur 135 Euro (Diesel: 308,80 Euro) an Steuern kostet, werden für ein Euro-2-Fahrzeug mit gleich großem Motor bereits 147,20 Euro (Diesel: 321 Euro) fällig. Ein Euro-1-Benziner kostet im Jahr 302,60 Euro (Diesel: 547 Euro), ein Benziner mit schlechterem Abgasverhalten als Euro 1 sogar 507,20 Euro (Diesel: 751,60 Euro).

Kampf um Typklassen

Das Autofahren verteuern laut Rainer Hillgärtner vom Autoclub ACE hohe Versicherungsprämien. So räche es sich oft, wenn Autofahrer vor dem Abschluss einer Police versäumen, Angebote verschiedener Versicherer einzuholen. Auch müsse für ein älteres Fahrzeug nicht unbedingt eine teure Kasko-Versicherung abgeschlossen werden. Lilo Blunck, Geschäftsführerin des Bundes der Versicherten (BdV), rät zum sorgfältigen Vergleich. Sie weist darauf hin, dass es auch bei Modellen innerhalb einer Fahrzeugklasse große Unterschiede geben kann. So koste beispielsweise ein Citroë¨n C4 1.6 bei einer Versicherung rund 756 Euro für Haftpflicht- und Vollkaskoversicherung. Ein vergleichbarer Mitsubishi Colt 1.5 koste beim selben Unternehmen dagegen 1252 Euro.

Ein Grund dafür sind verschiedene Typklassen bei der Haftpflicht- und Kaskoversicherung. Sie spiegeln die Schadenhäufigkeit und Schadenshöhe der Fahrzeugtypen wider. Weist ein Autotyp eine auffällige Schadensbilanz auf, dann wird er in eine höhere Typklasse eingestuft - die Tarife werden entsprechend angehoben. Meist sind biedere Familienkutschen billiger als Autos, die vor allem ein junges und sportliches Publikum ansprechen. "Bei einem Kauf sollten Verbraucher immer nach der Typklasse fragen und bei verschiedenen Versicherungsunternehmen Vergleichsangebote einholen", empfiehlt Lilo Blunck.

Am Service sparen

Nicht zu unterschätzen sind nach Angaben von Rainer Hillgärtner die Wartungskosten, die sehr unterschiedlich ausfallen können. Vor dem Autokauf sollten sich Interessenten daher auch über Service-Intervalle informieren. Der ACE-Sprecher warnt außerdem vor "Service-Ritualen", bei denen Kunden um den Finger gewickelt werden. "Man übersieht oft, dass eine kostenlose Mobilitätsgarantie an teure Inspektionstermine gekoppelt ist." Meist gewähre der Hersteller den Service nur, wenn Autofahrer ihren Wagen in einer Markenwerkstatt warten lassen. Inspektionen in einer freien Werkstatt seien oft günstiger. Ein Rundum-Paket der Hersteller sei oft sogar überflüssig: Wer zum Beispiel Mitglied in einem Automobilclub ist, erhalte ohnehin einen kostenlosen Pannenservice.

Vor dem Kauf rechnen

Um möglichst viel vom versteckten Sparpotenzial beim Autofahren zu nutzen, empfiehlt Hillgärtner, "immer eine Gesamtrechnung zu machen". So sollten Autofahrer nicht nur auf den Preis und die Finanzierung ihres Wunschautos achten, sondern alle Kosten im Blick haben, Vergleichsangebote einholen - und keine Kaufentscheidung überstürzen.

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