Nichts für Deutsche: das 5000-Euro-Auto

- München - 5000 Euro. Dafür kann man zwei edle Rennräder oder eine anständige Einbauküche kaufen - und bald auch ein Auto. Im Herbst bringt Renault für diesen Preis eine Stufenhecklimousine auf den Markt. Den "Logan" wollen die Franzosen in Wachstumsregionen wie Osteuropa, Russland, China oder Lateinamerika absetzen. Dort ist die Bevölkerung bislang nur wenig motorisiert - kann sich aber keinen BMW oder Mercedes leisten.

<P>Die Deutschen müssen ebenso wie das übrige Westeuropa vorerst auf das Billigauto verzichten. Renault schließt jedoch nicht aus, dass der Logan mittelfristig auch hier bei den Händlern steht: "Darüber ist noch nicht entschieden", sagte ein Sprecher unserer Zeitung. Man wolle erst abwarten, wie sich die Nachfrage entwickelt.<BR><BR>Fachleute glauben jedoch nicht, dass der einfach ausgestattete Wagen bei den verwöhnten deutschen Autokäufern ankommen würde. Denn der Logan ist nach Angaben von Renault technisch einfach und robust gebaut. Gleichzeitig sind die Sicherheitsstandards zumindest in der Basisversion eher spartanisch: Einen Airbag gibt es nur für den Fahrer, ABS und ESP sucht man vergebens.<BR><BR>"Hierzulande werden solche Fahrzeuge nicht gekauft", meint Ferdinand Dudenhöffer, Automobilexperte an der Fachhochschule Gelsenkirchen. Schon der russische Autohersteller Lada, der bereits vor Jahren in Deutschland ein Auto um die 5000 Euro angeboten hatte, habe sich deswegen aus dem Markt zurückgezogen. "Für diesen Preis legen sich die Menschen lieber einen Gebrauchtwagen zu, der mit Extras wie Klimaanlage und elektrischen Fensterhebern ausgestattet ist", sagt Dudenhöffer. Die Einführung des Logan in Schwellenländern hält er aber für richtig.<BR><BR>Für Renault-Chef Louis Schweitzer ist das Sparvehikel ein wichtiger strategischer Baustein. Schon vor Jahren hatte er das ehrgeizige Ziel ausgegeben, bis 2010 jährlich vier Millionen Fahrzeuge zu verkaufen. 2003 waren es aber erst 2,5 Millionen. Nun soll der Wagen, der auch unter der rumänischen Tochter-Marke "Dacia" angeboten wird, dazu beitragen, die Zahlen nach oben zu treiben: 700 000 Stück will Schweitzer ab 2010 jährlich an den Mann bringen.<BR><BR></P><P><BR> </P>

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