Nichts verschenken: Staat und Chef helfen bei der Geldanlage

- Nur etwa jeder zweite Arbeitnehmer sagt "Ja" zu Geldgeschenken seines Chefs. Etwa 13 Millionen hätten Anspruch auf so genannte vermögenswirksame Leistungen vom Arbeitgeber. Wer unter einer bestimmten Einkommensgrenze bleibt, bekommt von Vater Staat eine ordentliche Sparzulage - bis zu 160 Euro jährlich. Wer Anspruch hat, welche Anlageformen in Frage kommen und wie's geht, lesen Sie hier.

<P>Geldgeschenke</P><P>Die meisten Festangestellten haben Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen (VL) vom Arbeitgeber. Bis zu 40 Euro können das sein - die genaue Höhe ist im Tarifvertrag geregelt. Wer weniger bekommt, kann die Leistungen aus dem eigenen Geldbeutel aufstocken. Hinzukommen kann noch eine jährliche Sparzulage vom Staat kommen. Voraussetzung dafür: Der Arbeitnehmer hat nicht mehr als 17 900 Euro (35 800 Euro für Ehepaare) Einkommen pro Jahr zu versteuern. Wer die Zulage vom Arbeitgeber erhalten will, braucht zunächst einen VL-Sparplan. Der Chef zahlt dort direkt ein.<BR><BR>Um das Geld von Chef und Staat einstreichen zu können, braucht man mindestens sieben Jahre Zeit. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass in einen VL-Plan sechs Jahre einbezahlt werden muss. Danach soll das Geld noch ein Jahr ruhen, bevor die Förderung gewährt wird.<BR><BR>Aktienfonds</P><P>Es handelt sich also um eine mittel- bis langfristige Anlage. Breit gestreute Aktienfonds seien daher eine sinnvolle Sparform und für langfristigen Vermögensaufbau bestens geeignet, meint Anlageberaterin Sylvia Gensler. Nicht alle Aktienfonds sind aber für VL-Sparer offen - vielen Anbietern ist der Aufwand für die kleinen Beträge zu groß, wie die Stiftung Warentest berichtet. Dennoch lohnt sich die Anlage in Investmentfonds besonders: Bis zu 34 Euro monatlich oder 400 Euro jährlich sind förderfähig. Der Staat legt am Jahresende satte 18 Prozent, also maximal 72 Euro, drauf.</P><P>Bausparen</P><P>Ebenfalls beliebt - wenn auch nicht so gut gefördert - sind Bausparverträge für vermögenswirksame Leistungen. Der Staat unterstützt sie mit neun Prozent von maximal 39,17 Euro pro Monat. Wer aufs ganze Jahr also insgesamt 470 Euro anspart, erhält eine Sparzulage von 42,30 Euro.</P><P>Neben der Sparzulage winkt beim Bausparvertrag noch die Wohnungsbauprämie von 8,8 Prozent. Dazu muss der Arbeitnehmer aber noch mehr einzahlen - der förderfähige Höchstbetrag liegt bei 512 Euro jährlich. Der Staat schießt dann 45,06 Euro zu. Anspruch auf die Wohnungsbauprämie haben alle, die ein versteuerbares Einkommen von weniger als 25 600 Euro (51 200 Euro bei Ehepaaren) haben.</P><P>Maximale Ausbeute</P><P>Um die optimale Förderung zu erzielen, sollte man das eine tun, ohne das andere zu lassen, empfiehlt die Stadtsparkasse München. Also: Die vermögenswirksamen Leistungen in Aktienfonds und Bausparvertrag einzahlen, um maximale Sparzulage und Wohnungsbauprämie in Höhe von 159,36 Euro vom Staat zu kassieren. Wer 40 Euro an monatlichen Leistungen vom Arbeitgeber bekommt, müsste jedes Jahr noch 902 Euro drauflegen und zahlt dann insgesamt 1382 Euro. Die VL-Raten können übrigens auch - inklusive staatlicher Förderung - zum Abbezahlen eines Darlehens für Wohneigentum verwendet werden.</P><P>So geht's</P><P>Ihr Chef sagt Ihnen vermögenswirksame Leistungen zu? Dann gilt es, einen geeigneten Aktienfonds oder Bausparvertrag zu finden. Nach Abschluss sollten Sie eine Kopie des Vertrags an den Arbeitgeber - beziehungsweise eine dafür vorgesehene Mitteilung - weitergeben, damit er weiß, wo er die Beträge einzahlen soll. Auch was der Arbeitnehmer noch zusätzlich ansparen will, wird vom Gehalt einbehalten und direkt überwiesen. Die Sparzulage beantragen Sie mit einem Formular jedes Jahr beim Finanzamt. Ausgezahlt wird die gesamte Fördersumme aber erst zum Ende der Vertragslaufzeit, also frühestens nach sieben Jahren.</P>

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