Nici-Chef Pfaff gesteht und wird verhaftet

- Altenkunstadt - Der Gründer des Plüschtier-Herstellers Nici, Ottmar Pfaff, sitzt wegen des Verdachts des besonders schweren Betrugs in Untersuchungshaft. Dies teilte die Staatsanwaltschaft Hof mit. Bei seiner Vernehmung habe Pfaff Angaben zur Sache gemacht. "Dies wird die Ermittlungen erleichtern und beschleunigen", sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft, Gerhard Schmitt. Die Nici AG aus Altenkunstadt produziert das WM-Maskottchen "Goleo".

Pfaff wird vorgeworfen, Scheingeschäfte in Höhe von rund 50 Millionen Euro getätigt zu haben. Die Forderungen verkaufte er an Finanzunternehmen, die sich auf deren Verwertung spezialisiert haben. Von diesen soll Pfaff rund 40 Millionen Euro ausbezahlt bekommen haben, auf die er auch Steuern zahlte.

Unterdessen sei bei dem Plüschtier- und Geschenkehersteller weitgehend "business as usual" eingekehrt, sagte ein Sprecher von Insolvenzverwalter Michael Jaffé. Chancen für eine Fortführung des Unternehmens seien gegeben. Einlagen der Mitarbeiter in das Unternehmen seien auf jeden Fall gefährdet. Insgesamt waren die Mitarbeiter mit rund neun Millionen Euro an dem Unternehmen beteiligt. 40 Führungskräfte hätten einen Aktienbesitz von rund sechs Millionen Euro gehalten. Weitere rund 400 Mitarbeiter hätten Wandelanleihen im Volumen von insgesamt drei Millionen Euro gezeichnet. Den Beschäftigten sei eine jährliche Verzinsung von 5,5 Prozent versprochen worden.

Pfaff hatte nach Angaben seines Rechtsanwalts die Ermittlungen selbst ins Rollen gebracht und bei seiner Vernehmung ein umfangreiches Geständnis abgelegt. Zunächst habe er sich den Vorstandsmitgliedern, dem Aufsichtsrat und schließlich den Wirtschaftsprüfern offenbart. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gehen bis ins Jahr 2000 zurück. Zumindest 2004 hatte die Nürnberger Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Rödl & Partner dem Unternehmen den Jahresabschluss testiert. Allerdings sei sein Mandant jemand gewesen, der sich bemüht habe, Dritten keinen Einblick zu gewähren, sagte sein Anwalt Wolfgang Dingfelder. Der Strafverteidiger hält eine Bewährungsstrafe für unwahrscheinlich und will gegen den am Samstag ergangenen Haftbefehl für Pfaff keine Beschwerde einlegen. "Jetzt hat er zunächst einmal die Gelegenheit, zur Besinnung zu kommen", sagte der Anwalt. Das Geld hatte Pfaff nach Angaben von Dingfelder ins Unternehmen investiert.

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