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Der massive Ölpreisverfall zwingt Branchengrößen wie Shell, ExxonMobil oder DP zum Handeln. Foto: Friso Gentsch

Ölpreis-Tief zwingt BP zum Sparen - Gewinn bricht ein

London (dpa) - Nach Shell und ExxonMobil zieht auch BP Konsequenzen aus den niedrigen Ölpreisen - und kündigt an, den Gürtel enger zu schnallen. Dauerthema bleibt die Aufarbeitung der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko.

Der britische Mineralölkonzern BP rechnet mit anhaltend niedrigen Ölpreisen und will deshalb stärker sparen. Es sei sehr wahrscheinlich, dass die Preise für Rohöl mittelfristig nicht groß steigen werden, sagte BP-Chef Bob Dudley am Dienstag bei der Vorlage der Jahresbilanz 2014 in London. Im laufenden Jahr sollen die Investitionen mit 20 Milliarden US-Dollar (17,7 Mrd Euro) daher geringer ausfallen als zunächst geplant. So will der Konzern etwa weniger für die Suche nach neuen Ölfeldern ausgeben.

Zudem würden Förderprojekte verschoben und der Verkauf von Unternehmensteilen vorangetrieben, kündigte Dudley an. Auch andere Branchengrößen wie Shell, ExxonMobil oder ConocoPhillips zwingt der massive Ölpreisverfall der vergangenen Monate zu Ausgabenkürzungen.

Allerdings legte der Preis pro Barrel (159 Liter) seit Ende der vergangenen Woche wieder etwas zu. Am Dienstagmorgen lag er für die Nordseesorte Brent zur Lieferung im März bei 55,14 US-Dollar und damit 39 Cent über dem Wert vom Montag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI stieg um 25 Cent auf 49,80 Dollar.

Beobachter werteten dies als erstes Zeichen dafür, dass die Strategie des Ölkartells Opec aufgehen könnte. Die Organisation will unter Führung von Saudi-Arabien die US-Schieferöl-Industrie, die den Rohstoff vor allem mit der umstrittenen Fracking-Methode gewinnt, mit Kampfpreisen aus dem Markt drängen.

Bei BP ging der um Sondereffekte bereinigte Gewinn zu Wiederbeschaffungskosten im Schlussquartal 2014 von 2,8 auf 2,2 Milliarden US-Dollar zurück. Herausgerechnet wurden dabei unter anderem Wertberichtigungen, die BP im Zusammenhang mit den niedrigen Ölpreisen vornehmen musste, sowie eine Neubewertungen der Reserven. Werden diese Größen einbezogen, verbuchte BP sogar einen Quartalsverlust von 969 Millionen Dollar.

Im Gesamtjahr 2014 ging der Gewinn auf 12,1 Milliarden US-Dollar zurück, 2013 waren es noch 13,4 Milliarden. Unter anderem hatte der Konzern unter dem in der Ukraine-Krise verfallenden Rubel gelitten.

Die Folgen der verheerenden Explosion auf der Ölplattform "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko beschäftigen BP weiter. In New Orleans läuft die strafrechtliche Aufarbeitung der Ölkatastrophe vom April 2010. Bislang kalkuliert BP mit Gesamtkosten von rund 43,5 Milliarden US-Dollar. Es könnte aber deutlich teurer werden, weil Forderungen nach Schadenersatz anstehen und die Strafe höher ausfallen könnte.

Mitteilung zu den Jahreszahlen

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