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Auf Sparkurs: Linde

Vorsorgesparen bei Linde

Niedrigere Kosten sollen den Konzern wetterfest machen

München - Der Gase-Spezialist Linde wappnet sich mit einem umfangreichen Sparprogramm gegen eine drohende globale Wirtschaftsflaute. "Wir stellen uns auf schwierige Zeiten ein", sagte Konzernchef Wolfgang Reitzle bei der Vorlage des Neun-Monats-Berichts am Montag.

Er will deshalb in den nächsten vier Jahren die Kosten um bis zu 800 Millionen Euro reduzieren. Erstmals präsentierte Reitzle die Zahlen in der neu gebauten Firmenzentrale in der Münchner Innenstadt.

Das Sparpaket trägt den Titel "High Performance Organisation" (HPO) und wurde bereits zum Jahresbeginn auf den Weg gebracht. Wegen der trüben globalen Konjunkturaussichten ließ es Vorstandschef Reitzle zuletzt verschärfen. Sparpotenziale bestehen nach seinen Worten in der IT-Landschaft und beim Einkauf. Darüber hinaus könnten die 370 weltweit von Linde betriebenen Anlagen zur Gaseproduktion künftig zentral gesteuert und überwacht werden.

Dadurch würden auch mehrere Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verlieren, räumte Reitzle gestern ein. Die Ausmaße des Stellenabbaus wollte er noch nicht beziffern.

Linde will bis zum Jahr 2010 seinen operativen Gewinn auf mehr als drei Milliarden Euro steigern, nach 2,4 Milliarden Euro im letzten Jahr. Reitzle nannte das bereits vor längerer Zeit ausgerufene Ziel wegen der derzeit unsicheren Lage "ambitioniert", hält aber weiter daran fest. Sollte das erforderliche Umsatzwachstum der schwächelnden Wirtschaftslage zum Opfer fallen, sollen die niedrigeren Ausgaben zum höheren Ertrag beitragen. "Wir sind zuversichtlich, dass wir unser Ziel in Verbindung mit HPO schaffen", sagte Reitzle. Seine Aussagen verhalfen der Linde-Aktie in einem freundlichen Börsenumfeld zu einem Kursplus von drei Prozent.

Die Folgen der Finanzkrise spürt der Gase-Hersteller und Anlagenbauer bislang noch nicht. Das kurzfristige Ziel, Umsatz und Ertrag im laufenden Jahr zu steigern, bestätigte Reitzle deshalb ebenfalls. "Wir halten Kurs", sagte er. Dabei kommt Linde unter anderem seine Präsenz in 100 Ländern zugute. Die verleiht dem Unternehmen nach den Worten Reitzles ebenso Stabilität wie die breite Kundenbasis. So kommen die Gase bei der Produktion von Stahl ebenso zum Einsatz wie in der Lebensmittelbranche oder der Solarindustrie. Reitzle: "Auch in diesen Zeiten brechen nicht alle Branchen gleichzeitig ein."

Bis Ende September steigerte Linde den Umsatz um 4,8 Prozent auf 9,3 Milliarden Euro. Der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen legte um 7,9 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro zu. Unter dem Strich ging der Gewinn durch den Wegfall eines Sondereffekts im Vorjahr um 22 Prozent auf 593 Millionen Euro zurück. Das Dax-Unternehmen hatte vor zwei Jahren seine Zentrale von Wiesbaden nach München verlegt.

Florian Ernst

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