Noch eine Ratingagentur will USA herabstufen

Washington - Eine weitere Ratingagentur hat den USA im Streit über die Staatsschulden mit einer Herabstufung gedroht. Vor allem die langfristige Kreditwürdigkeit sei nicht gewährleistet. Die Begründung:

Im erbitterten Streit über die US-Staatsschulden hat eine weitere Ratingagentur den Druck auf US-Präsident Barack Obama und den Kongress erhöht. Standard & Poors (S&P) gab am Donnerstag (Ortszeit) bekannt, die langfristige Kreditwürdigkeit der USA mit einer mindestens 50-prozentigen Wahrscheinlichkeit innerhalb der kommenden drei Monate herunterzustufen. Auch den kurzfristigen Ausblick für die finanzielle Situation der Vereinigten Staaten habe es auf “negativ“ gesetzt, hieß es in dem Bericht des Unternehmens.

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Die Entscheidung begründete S&P mit den stockenden Verhandlungen zwischen Obama und den oppositionellen Republikanern um eine Anhebung des Schuldenlimits von derzeit 14,3 Billionen Dollar (10 Billionen Euro). “Die politische Debatte über die finanzielle Position und der damit verbundene Streitpunkt der Schuldengrenze ist nach unserer Ansicht nur noch komplizierter geworden“, heißt es in der Analyse.

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Bereits am Vortag hatte die US-Ratingagentur Moody's den USA wegen des Konflikts mit der Aberkennung ihrer Topbonität gedroht. Die Bestnote “AAA“ für die Staatsanleihen stehe infrage. Beide Agenturen bringen sich bereits seit Wochen mit einer mögliche Prüfung oder gar Herabstufung der US-Bonität ins Gespräch.

Die chinesische Rating-Agentur Dagong hatte noch deutlicher gedroht, die Kreditwürdigkeit der USA herabzusetzen. Selbst wenn sich der Kongress und das Weiße Haus noch über die Erhöhung der Schuldengrenze einigten, werde die Maßnahme voraussichtlich erfolgen, hieß es am Donnerstag. Die US-Regierung habe “keine bedeutende Politik zur Verringerung des Defizits“, so Dagong, die zu den führenden chinesischen Rating-Agenturen zählt. Nach Angaben des amerikanischen Finanzministeriums hielt China im April 1,152 Billionen US-Dollar an Schatzanleihen.

dpa

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