Ver.di erwartet Tarifeinigung im Großhandel

München - Die Gewerkschaft ver.di erwartet für diesen Freitag eine Einigung im Tarifstreit des bayerischen Groß-und Außenhandels.

"Morgen müsste der Durchbruch erzielt werden", sagte ver.di-Verhandlungsführer Stefan Kraft am Donnerstag. Dagegen sagte ein Sprecher des Landesverbands Groß- und Außenhandel, es sei völlig offen, ob es zu einer Einigung kommt. Gewerkschaft und Arbeitgeber wollen sich an diesem Freitag in München zur vierten Verhandlungsrunde treffen. "Ich gehe davon aus, dass ein neues Angebot auf den Tisch kommt", sagte Kraft. Das bisherige Angebot der Arbeitgeber sei insbesondere gegenüber Angehörigen der unteren Einkommensgruppen ein Affront.

Ver.di verlangt für die rund 240.000 Beschäftigten des bayerischen Groß- und Außenhandels einheitlich 140 Euro mehr Geld. Das entspreche einer Einkommenserhöhung um fünf bis zehn Prozent, sagte Kraft. "Wir wollen gerade die unteren Einkommensgruppen besserstellen." Die Arbeitgeber hatten einen Tarifvertrag mit 24 Monaten Laufzeit vorgeschlagen, der für das erste Jahr eine Einmalzahlung in Höhe von einem Prozent des jeweiligen Lohns vorsah. Für das zweite Jahr hatten die Arbeitgeber eine Erhöhung der Einkommen um ein Prozent in Aussicht gestellt.

Ver.di wirft den Arbeitgebern vor, die Lage der Branche zu dramatisieren. Es gebe nur wenige Betriebe, denen es schlecht gehe, sagte Kraft. Dazu gehöre der Stahlhandel. Der Lebensmittel- und Sanitärgroßhandel floriere hingegen. Zum Teil müssten die Mitarbeiter sogar Überstunden machen.

dpa

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