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Die im DAX notierte Hypo Real Estate hatte bereits Staatsgarantien über 30 Milliarden Euro erhalten.

Poker um mögliche staatliche Übernahme der Hypo Real Estate

München/Berlin - Im Poker um einen Einstieg des Staates beim angeschlagenen Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate ist noch kein Ende in Sicht. Knackpunkt in den Verhandlungen ist nach Informationen aus Branchenkreisen die Höhe des staatlichen Anteils an dem Konzern. CDU-Finanzexperte Otto Bernhardt warnte vor einer vollständigen Übernahme durch den Staat.

"Gegen eine völlige Übernahme von Banken habe ich erhebliche ordnungspolitische Bedenken", sagte er der "Süddeutschen Zeitung" (Montag). Wegen der finanziellen Notlage des Konzerns prüft der Bund einen Einstieg bei der Hypo Real Estate. Dabei ist die mehrheitliche Übernahme eine von mehreren Optionen.

Die endgültige Entscheidung war am Freitag vertagt worden, um die Beratungen fortzusetzen. "Die Politik muss sich zunächst klar werden, welche Rolle sie bei der HRE einnehmen will", zitiert das "Handelsblatt" (Montag) eine mit der Situation vertraute Person.

Im Kampf um sein Überleben hat der Konzern bereits 80 Milliarden Euro an Geld und Garantien erhalten. Da dies aber nicht ausgereicht, verhandelt Hypo Real Estate-Chef Axel Wieandt bereits seit Wochen über Nachschub. Dabei geht es dem Vernehmen nach um eine weitere staatliche Finanzspritze von mehr als 10 Milliarden Euro. Es sei nicht mehr strittig, ob es neue Hilfen gebe, sondern nur in welcher Form, hieß es Freitag nach Verhandlungen des staatlichen Sonderfonds SoFFin mit dem Unternehmen.

Eine mehrheitliche Übernahme der Hypo Real Estate wäre trotz der immensen Probleme des Unternehmens nicht ohne weiteres möglich. Das im Oktober auf den Weg gebrachte Finanzmarkt-Stabilisierungsgesetz für den Banken-Rettungsfonds begrenzt einen Einstieg des SoFFin auf maximal 33 Prozent, ohne dass die Aktionäre eingebunden werden müssen. Ein Anteil von mehr als 50 Prozent ohne Beschluss der Hauptversammlung wäre nicht so einfach möglich.

Der Großaktionär der Hypo Real Estate würde sich einem möglichen Einstieg des Staates aber nicht in den Weg stellen. JC Flowers sei vor allem daran gelegen, den Verlust bei seinem Engagement zu begrenzen, hieß es in Finanzkreisen. "Die haben nur ein Interesse: Dass der Kurs wieder steigt."

Die Investorengruppe um JC Flowers hatte sich im Frühjahr 2008 für mehr als eine Milliarde Euro knapp 25 Prozent an der Hypo Real Estate gesichert und den Aktionären dafür 22,50 Euro pro Aktie gezahlt. Nach dem dramatischen Kursrutsch und dem Rauswurf aus dem DAX kostet das Papier zurzeit rund zwei Euro, bei einem Ausstieg zum derzeitigen Kurs würde Flowers den Großteil seines Einsatzes verlieren. dpa dw yyby z2 gö

dpa

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