Nokia Siemens startet im April

Erleichterung: - München - Erleichterung beim krisengebeutelten Siemens-Konzern: Trotz der laufenden Schmiergeldaffäre kann der neue Telekommunikations-Riese Nokia Siemens Networks zum 1. April an den Start gehen. In das Gemeinschaftsunternehmen bringt Siemens den Großteil seiner früheren Festnetzsparte Com ein, die im Mittelpunkt der Affäre steht. Nokia und Siemens gründen nun einen der drei größten Telekom-Ausrüster der Welt mit rund 16 Milliarden Euro Umsatz und mehr als 50 000 Mitarbeitern.

"Beide Seiten sind happy, auch wenn niemand am Start gezweifelt hat", hieß es im Unternehmen. Auch Branchenspezialist Theo Kitz vom Bankhaus Merck Finck ist überzeugt: "Das ist eine freudige Nachricht für Siemens."

Siemens bringt in das 50:50-Gemeinschaftsunternehmen Netto-Vermögenswerte von 2,4 Milliarden Euro ein, von Nokia-Seite kommen 1,7 Milliarden Euro. In Finanzkreisen war mit jeweils etwa 1,6 Milliarden Euro gerechnet worden. Siemens dürfte einen höheren Anteil auch deshalb tragen, weil sich der Start des Gemeinschaftsunternehmens wegen des Schmiergeldskandals verzögert hatte. Die Affäre dürfte nach Einschätzung in Branchenkreisen in den vergangenen Monaten das Geschäft erschwert haben. "Das Geschäft ging sicher nicht ab wie eine Rakete." Allerdings kam es auch keineswegs zum Erliegen. "Nokia Siemens Networks ist als Anbieter so groß, dass man es als Kunde nicht einfach ignorieren kann", sagt Analyst Kitz.

Nokia sicherte sich angesichts der Schmiergeldaffäre umfassend ab. Alle Belastungen, die aus der Affäre nachträglich noch entstehen könnten, muss Siemens tragen. Zudem stellten beide Partner klar, dass das neue Gemeinschaftsunternehmen im Kampf gegen die Korruption vorbildlich sein soll.

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