HSH Nordbank erwartet trotz Finanzkrise 2008 Gewinn

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Hamburg (dpa) - Die HSH Nordbank erwartet trotz der weltweiten Finanzkrise im laufenden Jahr einen Gewinn, falls sich die Rahmenbedingungen nicht noch drastisch verschlechtern. "Das Jahr 2008 wird ein schwieriges Jahr insgesamt für den Finanzmarktbereich bleiben", sagte Vorstandschef Hans Berger.

"Das Geschäftsmodell der HSH Nordbank hat sich jedoch auch in turbulenten Zeiten bewährt; wir bleiben auf Wachstum ausgerichtet". Die Finanzkrise, die bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr zu Belastungen von rund 1,3 Milliarden Euro führte, habe im ersten Quartal mit weiteren 180 Millionen Euro zu Buche geschlagen. Dennoch werde die Bank ein positives Quartalsergebnis ausweisen.

Die HSH Nordbank sieht sich einerseits als globale Bank in den Bereichen Schifffahrt, Transport und Immobilien, andererseits als regional in Norddeutschland verankertes Institut für Unternehmen und Privatkunden. Die Erträge in diesen Kerngeschäftsfeldern legten zum Teil zweistellig zu, der Zinsüberschuss nach Risikovorsorge erhöhte sich um 27 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. Dem standen die Belastungen aus der Finanzkrise entgegen, zum einen durch eigene Engagements der Bank auf dem nordamerikanischen Immobilienmarkt, zum anderen durch den allgemeinen Verfall der Preise für Wertpapiere.

In der ersten Bilanz nach dem Rechnungsstandard IFRS weist die Bank nun für 2007 einen Konzernjahresüberschuss von 285 Millionen Euro aus, nach 830 Millionen Euro im Vorjahr. "Damit verzeichnen wir zwar einen deutlichen Rückgang, ich denke aber, vor dem Hintergrund der aktuellen Turbulenzen kann sich das durchaus sehen lassen", sagte Berger. Die Belastungen seien weitestgehend im Jahresabschluss 2007 verarbeitet. Die geplante Kapitalerhöhung durch die Eigentümer stehe nicht im Zusammenhang mit der Finanzkrise, sondern solle das weitere Wachstum der Bank ermöglichen. Einen ursprünglich für den Herbst geplanten Börsengang hatte die Bank abgeblasen, weil gegenwärtig die Kurse speziell für Bankaktien zu niedrig seien.

Im laufenden Jahr will die HSH Nordbank 45 Milliarden Euro an neuen Krediten vergeben, nach 40 Milliarden Euro im Vorjahr. Damit bewege sich das Neugeschäft auf Rekordniveau. "Mit 31 Milliarden Euro ist die Deal-Pipeline unserer Kerngeschäftsfelder aktuell ordentlich gefüllt", sagte Berger. Die HSH Nordbank, die aus der Fusion der Landesbanken in Hamburg und Kiel herging, ist die einzige Landesbank mit einem privaten Miteigner; Investoren um den US-amerikanischen Investor J. Christopher Flowers halten 27 Prozent an dem Institut. An die Aktionäre - neben Flowers sind das Hamburg und Schleswig-Holstein sowie die schleswig-holsteinischen Sparkassen - schüttet die Bank eine Dividende von insgesamt 175 Millionen Euro aus.

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