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Norwegen: Paradies für Zahnärzte

- München - Die deutschen Arbeitslosenzahlen verharren auf Rekordhöhe. Eine wesentliche Besserung ist nicht in Sicht. Laut Umfragen würden zwei Drittel der Deutschen bei einem attraktiven Jobangebot zumindest für eine Zeit ins Ausland gehen. Unsere Serie informiert über Chancen und Risiken.

6500 Deutsche arbeiten mittlerweile in Norwegen, viele vorübergehend, manche dauerhaft. Kein Wunder: Im Gegensatz zu Deutschland beeindrucken die norwegischen Wirtschaftsdaten. Auslandsschulden gibt es keine und die Arbeitslosenquote ist mit 4,5 Prozent sehr gering. Das Land legt die Erlöse aus seinen Erdölgeschäften in einem Fonds an, aus dem nur die Zinsen für die laufenden Staatsausgaben verwendet werden dürfen. Den Rest - derzeit etwa 130 Milliarden Euro - hat der Staat auf die hohe Kante gelegt.

"Paradiesische Zustände prägen auch das Berufsleben", meint Christian Kobbe. Der 30 Jahre alte Zahnarzt aus Gießen las im vergangenen Jahr nach seinem Examen in der Zeitung, dass in Norwegen Zahnarztmangel herrsche. Ein paar Wochen später, nach einem Norwegisch-Intensivkurs, war er schon in Lillehammer. "Die Arbeitsbedingungen sind wirklich toll. Man steht unter keinem wirtschaftlichen Druck und kann sich Zeit für die Patienten nehmen." Der Zahnmediziner arbeitet 35 Stunden in der Woche einschließlich Mittagspausen und kann jeden Tag um 15 Uhr Feierabend machen.

Martin Schmidt aus Halle bestätigt die positiven Seiten des Lands der Fjorde. Er betreibt ein Norwegen-Informationsbüro und hat täglich mit Menschen zu tun, die in dem skandinavischen Land neue Perspektiven suchen. "Vor allem Arbeitslose bekommen in Norwegen auf einmal wieder eine Chance." Vorausgesetzt sie zählen zu den gesuchten Berufsgruppen: Dazu rechnet Schmidt Handwerker, IT-Fachleute und Ärzte. "Eine Auslandsstation im Lebenslauf verbessert die Jobaussichten in Deutschland erheblich", so Schmidt.

Er rät dazu, sich bereits in Deutschland auf die Suche nach der passenden Stelle zu machen - vor Ort ist es seiner Erfahrung nach sehr viel schwieriger. Bewerbungen sollten in norwegischer Sprache formuliert sein. Für die Unterlagen gelten die gleichen Vorgaben wie bei Bewerbungsmappen hierzulande. Auch die Vorstellungsgespräche laufen ähnlich ab wie in Deutschland. Wer erst einmal einen Job dort hat, untersteht dann dem norwegischen Sozialversicherungssystem. Die Versicherungsleistungen umfassen Alters- und Hinterbliebenenrenten, Krankenversicherung, Arbeitslosenunterstützung und Leistungen bei Berufsunfällen sowie Invalidität. Die genannten Leistungen werden durch Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge sowie staatliche Zuschüsse finanziert.

Dass Norwegen nicht EU-Mitgliedsstaat ist, spielt für Auswanderungswillige keine Rolle. Als EU-Bürger haben Deutsche dennoch freien Zugang zum norwegischen Arbeitsmarkt. Eine Arbeitserlaubnis ist nicht erforderlich. Es besteht jedoch eine Meldepflicht nach sieben Tagen Aufenthalt. Vor Ablauf von drei Monaten Aufenthalt muss eine Aufenthaltsgenehmigung beantragt werden.

Verdienen kann man in Norwegen in allen Branchen gut, die Lebenshaltungskosten sind aber deutlich höher als in Deutschland. Und auch die Steuerbelastung des Einkommens ist vergleichbar mit den deutschen Steuersätzen. Das soziale Umfeld kann anfangs jedoch Probleme bereiten. "Norweger sind schon eher verschlossen", meint Zahnarzt Kobbe.

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