Norwegen: Regierung stoppt den Öl-Streik

- Oslo - Die norwegische Regierung hat die Beendigung eines einwöchigen Streiks auf den Ölplattformen in der Nordsee angeordnet und damit die Stilllegung der Förderung verhindert. Oslo reagierte damit auf eine von den Arbeitgebern angedrohte Aussperrung, mit der von nächster Woche an das Aus für die komplette Öl- und Gasförderung aus der Nordsee drohte.

<P>Der Arbeitskampf beim drittgrößten Ölexporteur der Welt und dem zweitgrößten europäischen Gaslieferanten hatte den Rohölpreis an der New Yorker Warenterminbörse Nymex in den letzten Tagen steigen lassen. Nach dem Eingreifen der Regierung sank der Ölpreis deutlich. In London gab der Preis für den Terminkontrakt für die Lieferung von einem Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent bis zum Mittag um 0,30 Dollar auf 35,00 Dollar nach.<BR><BR>Mit dem Streik, an dem sich in der ersten Woche 207 Arbeiter beteiligt hatten, wollte die OFS eine bessere tarifliche Altersversorgung durchsetzen. Arbeitsminister Dagfinn Høybraten begründete das Eingreifen mit den enormen wirtschaftlichen Konsequenzen des Arbeitskampfes für Norwegen sowie dem guten Ruf des Landes als Energielieferant und den negativen Folgen für wichtige Handelspartner. Er sagte: "Wir sind ein sehr großer Akteur auf dem internationalen Energiemarkt. Handelspartner könnten Schaden nehmen, die von unseren Lieferungen abhängig sind." Wichtigster Abnehmer ist Deutschland, das 20 Prozent seiner Öl- und fast 30 Prozent seiner Gasimporte aus Norwegen bezieht. Besonders stark betroffen von dem Ausstand wären laut Osloer Medien auch Italien und Großbritannien.<BR><BR>Norwegens Staatskasse drohte bei einem völligen Stillstand der Ölförderung von drei Millionen Barrel pro Tag sowie der Gasförderung ein täglicher Einnahmeausfall von einer Milliarde Kronen (120 Millionen Euro). In der ersten Phase des Arbeitskampfes musste die Gesamtförderung von Öl durch Stilllegung von zwei Plattformen um zehn Prozent oder 300 000 Barrel reduziert werden.<BR><BR>Die Gewerkschaft warf der Regierung vor, mit der Beendigung des Streiks vor "durchsichtigen Drohungen" der Arbeitgeber eingeknickt zu sein. Sie verwies darauf, dass beim letzten Streik in der Offshore-Industrie ebenfalls die Ankündigung einer Aussperrung gereicht habe, um das Streikende anzuordnen. <BR><BR></P>

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