+
Von März bis Juni musste RIM einen Verlust von 416 Millionen Euro hinnehmen.

Blackberry-Hersteller zieht die Notbremse

Waterloo - Der kanadische Smartphone-Hersteller RIM steckt tief in den roten Zahlen und baut daher 5 000 der zuletzt rund 16 500 Stellen ab. Das neue Betriebssystem BB10 soll nicht vor Anfang 2013 kommen.

Schwerer Rückschlag für den Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM): Das kanadische Unternehmen steckt tief in den roten Zahlen und will jetzt mit dem Abbau von 5 000 der zuletzt rund 16 500 Stellen massiv Kosten einsparen. Inwieweit davon auch die 400 Arbeitsplätze in Deutschland betroffen sind, sei noch nicht bekannt, sagte Firmensprecher Carsten Titt am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. Allein im Bochumer Forschungs- und Entwicklungszentrum beschäftigt RIM 300 Ingenieure und Entwickler.

In den ersten drei Monaten des im März begonnenen Geschäftsjahres 2012/2013 musste RIM einen Verlust von 518 Millionen Dollar (416 Mio Euro) hinnehmen und damit deutlich mehr als im Vorquartal. Im Vorjahresquartal gab es noch einen Gewinn von 695 Millionen Dollar. Der Umsatz fiel im Vergleich zum Vorjahr um 43 Prozent auf 2,8 Milliarden Dollar. Damit verfehlte RIM die Erwartungen der Experten, die 3,1 Milliarden Dollar erwartet hatten. Die Aktie fiel im nachbörslichen Handel zeitweise um mehr als ein Fünftel.

Absatz wird weiter zurückgehen

RIM kündigte an, dass es auch im zweiten Quartal weiter nicht aus den roten Zahlen kommen wird. Das Umfeld für den Blackberry-Hersteller bleibe extrem schwierig. Der Absatz werde weiter zurückgehen. Mit dem massiven Stellenabbau sollen nach Angaben des Sprechers bis Ende des laufenden Finanzjahrs insgesamt eine Milliarde Dollar an Kosten eingespart werden.

Zusätzlich belastet wird das Ergebnis von der Entscheidung, das neue Betriebssystem Blackberry 10 (BB10) nicht vor Anfang 2013 einzuführen. Auf einer Entwicklerkonferenz in Berlin hatte RIM-Manager Martin Thyssen am Donnerstag noch gesagt: “In den nächsten Monaten werden wir mit Sicherheit den Launch eines ersten Geräts mit BB10 sehen, noch in diesem Jahr.“

Firmensprecher Titt sagte, RIM habe während der weltweiten Tournee von Entwicklerkonferenzen unter dem Schlagwort “Blackberry Jam“ so viele neue Anregungen erhalten, dass diese noch für den Start von BB10 umgesetzt werden sollten. “Jeder arbeitet mit Hochdruck daran, dieses Produkt zu einem großen Erfolg zu machen.“

Zunächst aber läuft die einstige Smartphone-Ikone Gefahr, weiter den Anschluss an Apple und Samsung zu verlieren. Der Anteil der Blackberry-Modelle am gesamten Smartphone-Markt ist nach Angaben der Marktforscher von Gartner im ersten Quartal auf 6,9 Prozent zurückgegangen; ein Jahr zuvor waren es noch 13 Prozent.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Microsoft startet Vorverkauf seiner neuen Konsole Xbox One X
Microsofts neues Konsolen-Modell Xbox One X können nun auch Nutzer in Deutschland vorbestellen.
Microsoft startet Vorverkauf seiner neuen Konsole Xbox One X
Katar verhindert angeblich saudische Flüge nach Mekka
Katar verweigert der staatlichen saudischen Fluggesellschaft nach deren Angaben bislang die Landeerlaubnis, um Pilger aus dem Emirat zur Hadsch-Wallfahrt nach Mekka zu …
Katar verhindert angeblich saudische Flüge nach Mekka
Apfelbauern rechnen mit deutlich geringerer Ernte
Kalte Nächte im April - Apfelbauern in den wichtigen Anbaugebieten am Bodensee und im Alten Land erwarten deswegen nun massive Schäden. Die Landwirte rechnen mit einer …
Apfelbauern rechnen mit deutlich geringerer Ernte
Siemens verliert Streit um Turbinen vor Moskauer Gericht
Siemens hat im Streit um sanktionswidrig auf die Halbinsel Krim gebrachte Gasturbinen eine Niederlage erlitten.
Siemens verliert Streit um Turbinen vor Moskauer Gericht

Kommentare